Deutsche Wirtschaft stemmt sich gegen die Krise

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München (dpa) - Die deutsche Wirtschaft lässt sich von den Turbulenzen an den Finanzmärkten und der Krise in den USA bislang nicht erschüttern. Im Mai stieg der ifo-Geschäftsklimaindex anders als von vielen Experten erwartet nach einem Dämpfer im Vormonat wieder an.

"Die deutsche Wirtschaft steht eben doch auf einem soliden Fundament", sagte ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger am Mittwoch in München. Im April war der Index, der als wichtiges Frühbarometer für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft gilt, nach drei Anstiegen in Folge gesunken. Dies hatte Befürchtungen ausgelöst, dass sich diese Tendenz fortsetzen könnte.

Mehrere Volkswirte hatten mit einer spürbaren Verschlechterung des ifo-Index im Mai gerechnet. Der Anstieg nährt nun Hoffnungen, dass Deutschland besser davon kommt als erwartet. "Insgesamt dürfte die Dämpfung der deutschen Konjunktur in den Monaten nach dem sehr guten ersten Quartal moderat ausfallen", sagte ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Der Indikator basiert auf einer monatlichen Befragung von rund 7000 Unternehmen verschiedener Branchen. Im Mai beurteilten die Firmen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden Monate besser als im Vormonat. Der Index für die Lage verbesserte sich von 108,4 Punkte auf 110,1, der Wert für die Erwartungen von 96,7 auf 97,3. Aus beiden Werten ermitteln die Forscher den ifo-Geschäftsklimaindex.

Für eine Entwarnung ist es nach Worten von Abberger aber zu früh. Derzeit profitieren die Firmen noch immer von gut gefüllten Auftragsbüchern. "Aber der Nachschub an Aufträgen ist nicht mehr so stark." Wenn sich die wirtschaftliche Situation in den USA und anderen wichtigen Ländern weiter eintrübe, werde das auch die deutsche Wirtschaft zu spüren bekommen. "Es ist eine Phase hoher Unsicherheit."

Neben dem schwachen Dollar bleibt auch der Rekord-Ölpreis ein Risiko für die weitere Entwicklung der Wirtschaft. Am Mittwoch knackte der US-Ölpreis erstmals die Marke von 130 Dollar. Diese weitere Zuspitzung war in der ifo-Umfrage noch nicht bekannt, da ein Großteil der Antworten nach Angaben des Instituts in der ersten Monatshälfte eingegangen war.

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