Deutsche Wirtschaft trotz Risiken robust

Gute Nachrichten von der deutschen Wirtschaft: Trotz der Abkühlung der europäischen Konjunktur und zunehmender Risiken zeigt sich die Wirtschaft nach wie vor robust. Die Exporte leiden zwar unter der schwächeren Nachfrage der europäischen Nachbarn, doch sie profitieren von neuen Märkten.

Der Eurokurs fällt weiter und entlastet damit die Exporteure. Ungeachtet der Konjunkturrisiken erwartet die Baubranche auch für 2009 keine Einbrüche für die Bauwirtschaft insgesamt. Das bis ins Frühjahr kräftige Wirtschaftswachstum hat die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland im ersten Halbjahr auf das niedrigste Niveau seit dem Jahr 2000 sinken lassen.

Die Ausfuhren treiben weiter das Wachstum an. "Wichtige Handelspartner in der Eurozone zeigen eine konjunkturelle Schwäche, die aber durch das dynamische Geschäft mit Drittländern aufgefangen wird", erklärte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner. So steigerten die Exporteure im Juli nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ihre Ausfuhren in Länder außerhalb Europas um zehn Prozent. Insgesamt verkauften sie Waren im Wert von 87,1 Milliarden Euro, das waren sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Gegenüber dem Vormonat sanken die Ausfuhren leicht um 1,7 Prozent. Gründe dafür waren die geringere Nachfrage aus den schwächelnden europäischen Nachbarländern, der starke Euro und die hohen Ölpreise.

Laut BGA arbeiten die Exporteure derzeit noch ihre dicken Auftragspolster ab. Der Bundesverband erwartet für das Gesamtjahr einen soliden Exportzuwachs von sechs Prozent. Auch den Titel des Exportweltmeisters dürfte Deutschland 2008 voraussichtlich wieder verteidigen. Der Euro sank wegen der sich eintrübenden Konjunktur knapp unter 1,41 US-Dollar. Dies ist ein Wettbewerbsvorteil für deutsche Firmen, weil der starke Euro Waren im außereuropäischen Ausland bislang übermäßig verteuert hatte. Wegen der kräftigen Zunahme der Einfuhren sank der Überschuss der deutschen Handelsbilanz - als Saldo von Exporten und Importen - gegenüber Vorjahr von 18,1 auf 13,9 Milliarden Euro. Die Importe stiegen vor allem wegen der höheren Preise für Erdöl, Erdgas und Strom um 15,7 Prozent.

Auch die Bauindustrie zeigte sich vorsichtig optimistisch. Nach jahrelanger Talfahrt am Bau sei 2008 mit einer durchschnittlichen Umsatzzunahme um vier Prozent und 2009 um 2,5 Prozent zu rechnen, teilte der Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Hans-Peter Keitel, mit. Bei Baupreis-Steigerungen von 2 bis 3 Prozent bedeute dies ein reales Wachstum um 1,0 Prozent in diesem und 0,5 Prozent im nächsten Jahr. Die Auftragsbücher im Wirtschaftsbau und durch staatliche Investitionen seien sehr gut gefüllt, sagte Keitel. Dagegen habe sich der Wohnungsbau anders als erhofft bisher nicht vom tiefen Einbruch im Jahr 2007 erholt. 2008 werde die Zahl der Beschäftigten am Bau um 1,6 Prozent auf rund 700 000 weiter sinken. Dies liege nicht an fehlenden Stellen, sondern am Fachkräftemangel.

Der Trend beim Export wird in den kommenden Monaten wohl nach unten zeigen. "Der große Boom beim Export ist vorüber", sagte Ralph Solveen von der Commerzbank. Bislang zeige sich die Konjunktur aber widerstandsfähig.

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