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Beim Weihnachtseinkauf greifen die Deutschen in diesem Jahr kräftig zu: Zumindest erwartet der Einzelhandel starke Umsätze.

Einzelhandel rechnet mit starkem Geschäft

Deutsche wollen sich üppiges Weihnachten gönnen

Berlin - Unter dem Christbaum dürften in diesem Jahr besonders viele Geschenke landen - die Deutschen haben viel Geld zum Ausgeben in der Tasche. Krisenstimmung soll unterm Lichterbaum keinen Platz haben.

Bargeld steht in diesem Jahr auf den Wunschzetteln der Deutschen an erster Stelle. Auf dem Gabentisch werden aber wohl einer Studie zufolge am häufigsten Bücher landen. Ob Bargeld, Buch oder Parfüm: Die Menschen hierzulande wollen in diesem Jahr mit einem üppigen Weihnachtsfest die Krisenstimmung verdrängen. So planen sie für Geschenke, den Festtagsschmaus und den Restaurantbesuch deutlich mehr Ausgaben ein, wie eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche ergab. Die Einzelhändler rechnen mit Rekorderlösen.

Vor allem die klassischen Geschenkebranchen Spielwaren und Unterhaltungselektronik sind zuversichtlich. Viele Präsente werden aber auch bequem von zu Hause am Computer bestellt. Im Schnitt liegt das Weihnachstbudget der Deloitte & Touche-Studie zufolge in diesem Jahr mit 485 Euro pro Haushalt um sieben Prozent höher als 2011. Allein für Geschenke plane jeder Haushalt durchschnittlich 285 Euro ein. „Wir leben noch auf der Insel der Glückseligen“, verdeutlicht Deloitte-Berater Peter Thormann die im europäischen Vergleich günstigen Rahmenbedingungen in Deutschland.

Auch nach Einschätzung des Einzelhandelsverbands HDE sorgt vor allem die positive Lage am Arbeitsmarkt für eine gute Verbraucherstimmung. Die Branche rechnet mit einem Rekordumsatz von mehr als 80 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft.

Bargeld steht ganz oben auf Wunschzetteln

Das, was auf dem Wunschzettel steht, ist aber nicht unbedingt das, was auf dem Gabentisch liegen wird. „Bargeld ist zum ersten Mal ganz oben. Alle, die Geld verschenken wollen, brauchen kein schlechtes Gewissen zu haben, dass sie so einfallslos sind“, meint Thormann. Am häufigsten verschenkt werden in diesem Jahr voraussichtlich Bücher, bei den Wünschen stehen sie aber nur an zweiter Stelle. Bei Smartphones und Tablet-Computer ist die Kluft zwischen Wunsch und voraussichtlicher Realität sogar besonders groß.

Geschenke für Kinder machten fast die Hälfte der Geschenkausgaben aus, die Zahl der Geschenke liege im Schnitt bei bei drei. „Die Deutschen legen Wert auf traditionelles Spielzeug und im Vergleich mit anderen europäischen Ländern weniger auf Bildung“, erläutert Deloitte-Berater Peter Thormann. Während es in Deutschland eine Rückkehr zur Besinnlichkeit gebe, werde in Krisenländern Lernspielzeug beim Einkauf bevorzugt.

Laut HDE sind für die Bescherung an Heiligabend vor allem ferngesteuerte Autos und Hubschrauber, Brettspiele, Autorennbahnen und Modelleisenbahnen im Trend. Die Spielwarenbranche rechneten mit dem vierten Wachstum in Folge. Aber auch Kaffee- und Espresso-Maschinen, digitale Kameras und Flachbildschirme sind angesagt. Nach Einschätzung des IT-Fachverbandes Bitkom dürften Tablet-Computer und Smartphones in diesem Jahr zu Weihnachten ein Renner sein.

Die rund 28 000 Textil- und Modegeschäfte hoffen vor allem auf passendes Wetter im Weihnachtsgeschäft. „Die Stimmung ist nach wie vor nicht schlecht“, sagt Jürgen Dax vom Textileinzelhandelsverband. Nach dem bislang eher mäßigen Geschäft könnte die Branche zu Weihnachten aufholen.

Mit deutlichen Zuwächsen rechnen die Online- und Versandhändler. Per Mausklick werden gerne Textilien, Schuhe, Bücher, CDs sowie Elektronikgeräte und Kosmetikartikel bestellt. Viele schätzen den Einkauf im Internet, weil die Geschenke direkt nach Hause geliefert werden.

dpa

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