In den deutschen Chefetagen wird jetzt noch glänzender verdient

- Frankfurt - Über einen satten Gehaltssprung von fast 150 Prozent hat sich im vergangenen Jahr die Chefetage des Software-Konzerns SAP freuen können. Die Vorstände der Deutschen Bank strichen immerhin rund 80 Prozent mehr ein und liegen damit an zweiter Stelle einer aktuellen Studie der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW).

<P>Insgesamt zeigt sich aber, dass die Gehälter der Vorstände im Schnitt weniger stark gestiegen sind als die Gewinne ihrer Unternehmen.<BR>Das größte Minus mussten die Vorstände der Lufthansa hinnehmen. Auf Grund der schlechten Zahlen fielen die Überweisungen durchschnittlich um 45 Prozent niedriger aus. Ebenfalls deutlich geringer fiel das Salär der Commerzbank-Vorstände aus, deren Gehalt nach einem Ergebniseinbruch um rund 23 Prozent sank.<BR><BR>Es gibt aber auch Manager, die trotz schlechter Unternehmensergebnisse deutlich mehr Geld nach Hause bringen. Als schwarze Schafe in dieser Hinsicht outete die Aktionärsvereinigung die Münchener Rück und REW. Bei dem Rückversicherer brach das Ergebnis pro Aktie von 1,54 Euro im Jahr 2002 auf minus 2,25 Euro im Jahr 2003 ein. Die durchschnittliche Vergütung pro Vorstand stieg im gleichen Zeitraum um knapp zwölf Prozent.<BR><BR>Bei RWE sank der Gewinn von 2,40 Euro auf 1,69 Euro pro Aktie, die Vorstände strichen aber 17 Prozent mehr ein.<BR>"Steigende Gehälter bei sinkenden Gewinnen oder gar Verlusten darf es nicht geben. Leider hat sich diese Erkenntnis noch nicht in allen Vorstandsetagen durchgesetzt", kritisierte Christiane Hölz von der DSW.<BR><BR>Am besten haben im vergangenen Jahr die Vorstände der Deutschen Bank verdient, die den Angaben zufolge auf eine durchschnittliche Vergütung von rund 3,7 Millionen kamen. Auf den weiteren Rängen folgen Daimler-Chrysler (3,0 Millionen), Eon (2,8 Millionen), SAP (2,2 Millionen), Siemens (2,1 Millionen), Schering (1,9 Millionen), RWE (1,7 Millionen), Metro (1,6 Millionen), Deutsche Telekom (1,6 Millionen) und Allianz (1,6 Millionen).<BR><BR>Nicht in der Studie berücksichtigt sind Pensions- und Aktienoptionsprogramme, die noch einmal die eine oder andere Million zusätzlich in die Taschen der Top-Manager spülen. Der bestbezahlte Vorstandschef war 2003 laut DSW-Liste Josef Ackermann von der Deutschen Bank mit 7,7 Millionen Euro. Inklusive Aktienoptionen und -rechten kommen bei ihm sogar 11,1 Millionen Euro zusammen.<BR><BR>Die Studie beruht zu einem Teil auf Schätzungen, da es statt Transparenz bei den Vorstandsgehältern in vielen Unternehmen noch immer Geheimniskrämerei gibt.<BR></P>

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