Wie die deutschen Großkonzerne Arbeitsplätze abbauen

- Die Manager deutscher Großunternehmen treiben den Stellenabbau ungebremst voran. Die Ankündigung des Versicherungsriesen Allianz, in den nächsten Jahren im Konzern abermals tausende von Arbeitsplätzen zu streichen, setzt eine lange Reihe ähnlich spektakulärer Fälle fort. Einige weitere Beispiele aus den vergangenen zwölf Monaten:

Juni 2005: Im Rahmen der bisher größten europäischen Bankenfusion von Unicredit und HypoVereinsbank sollen 9200 Arbeitsplätze gestrichen werden, davon etwa 1800 in Deutschland. Zusammen mit einem Anfang 2005 verkündeten Sparprogramm sind es insgesamt 4000 Stellen.

September 2005: Einen Tag nach der Bundestagswahl kündigt der Siemens-Konzern an, in seinen Krisensparten voraussichtlich mehr als 10 000 Stellen zu streichen oder auszulagern. Allein beim IT-Dienstleister SBS sollen 2400 Stellen gestrichen werden. Auch in der Kommunikationssparte Com, deren größter Teil inzwischen vor der Fusion mit der Netzwerksparte von Nokia steht, soll es Abbau im größeren Stil geben.

September 2005: Daimler-Chrysler will 8500 der 93 000 Stellen bei der Mercedes Car Group in Deutschland streichen. Am stärksten betroffen ist das Werk Sindelfingen. Entlassungen in Deutschland darf es wegen eines Beschäftigungssicherungspaktes bis 2012 nicht geben. Wenige Monate später setzt der neue Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche weitere 6000 Stellen auf die Streichliste _ diesmal in der Verwaltung.

November 2005: Die Deutsche Telekom will sich in den kommenden drei Jahren von 32 000 Mitarbeitern trennen. Betriebsbedingte Kündigungen solle es dabei nicht geben. Betroffen sei vor allem die Festnetzsparte T-Com.

November 2005: KarstadtQuelle kündigt im Rahmen des harten Sanierungsprogramms die Streichung von 1000 Stellen in der Versandsparte an.

Februar 2006: Volkswagen kündigt ein hartes Sparpaket an, von dem in den kommenden drei Jahren bis zu 20 000 Arbeitsplätze in der Pkw-Fertigung der Marke VW betroffen sein könnten. Inzwischen hat das Management angekündigt, dass diese Zahl durch Aufhebungsverträge und Altersteilzeit erreicht werden soll. Die Verhandlungen darüber laufen.

März 2006: Die seit wenigen Tagen perfekte Übernahme des Pharmaherstellers Schering durch Bayer kostet 6000 Arbeitsplätze im neuen gemeinsamen Unternehmen. Bayer-Chef Werner Wenning bezeichnete diese Größenordnung als einen "Erfahrungswert".

Mai 2006: Die Commerzbank will die Zahl der Beschäftigten um 900 senken, jeweils zur Hälfte im Kreditgeschäft und im IT-Bereich.

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