Polizei stoppt verdächtige Person - Kölner Dom evakuiert

Polizei stoppt verdächtige Person - Kölner Dom evakuiert
+
Kommt wieder ein Aufschwung? Die führenden Wirtschaftsinstitute rechnen in ihrem Herbstgutachten mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,2 Prozent.

Mit der deutschen Wirtschaft geht es wieder aufwärts

Berlin - Nach dem drastischen Konjunktureinbruch 2009 gewinnt die deutsche Wirtschaft 2010 wieder an Fahrt. Die führenden Wirtschaftsinstitute rechnen in ihrem Herbstgutachten mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,2 Prozent.

In diesem Jahr muss die Wirtschaft aber erst einmal einen Einbruch um 5,0 Prozent verkraften. Eindringlich warnten die Experten am Donnerstag in Berlin deshalb die neue Regierung vor Steuersenkungen auf Pump. Solche Entlastungen seien nur bei einer “sehr, sehr ehrgeizigen Sparpolitik möglich“, sagte Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI).

Kieler Institut fordert Konsolidierung von Schwarz-Gelb

Lesen Sie dazu:

Wirtschaftsinstitute erwarten 1,2 Prozent Wachstum

Joachim Scheide vom Kieler Institut für Weltwirtschaft mahnte die schwarz-gelbe Koalition, statt “Wohltaten“ zu beschließen, sei “Konsolidierung gerade jetzt nötig“. Kai Carstensen vom Münchner ifo-Institut für Wirtschaftsforschung sagte, grundsätzlich seien Steuerentlastungen gut. “Man kann es eben nicht über Kreditfinanzierung machen.“ Zwtl: Prognose der Regierung am Freitag RWI-Experte Döhrn sagte, die Aufwärtsbewegung in der deutschen Wirtschaft setze ein bisschen früher ein, als die Institute noch im Frühjahr erwartet hätten. Im April hatten sie noch vorhergesagt, 2010 werde die Konjunktur um 0,5 Prozent schrumpfen. Auch gehen sie mittlerweile von weniger Arbeitslosen als Folge der Rezession aus, nämlich 4,1 statt damals 4,7 Millionen als Durchschnittswert für 2010.

Zu Guttenberg: „Konjunktureller Tiefpunkt“ ist überwunden

Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der seine Prognose am (morgigen) Freitag vorlegen will, erklärte: “Die deutsche Wirtschaft hat den konjunkturellen Tiefpunkt hinter sich gelassen und die Erholung gewinnt Konturen.“ Die Bundesverbände der Industrie und der Arbeitgeber erklärten, das Gutachten sei eine Handlungsempfehlung für die Koalitionsverhandlungen: “Deutschland muss die öffentlichen Haushalte konsolidieren und die krisenverschärfende Substanzbesteuerung der Unternehmensteuerreform 2008 beseitigen.“ Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske forderte weitere staatliche Maßnahmen zur Stärkung der Konjunktur. “Gerade weil das Pflänzchen Wachstum noch so schwach ist, muss weiterhin kräftig gegossen werden. Sonst geht es wieder ein“, warnte Bsirske. Zwtl: Defizitabbau ab 2011 vorgeschlagen Die Wirtschaftsinstitute wiesen darauf hin, dass die öffentlichen Haushalte durch die Rezession deutlich belastet werden. Sinkenden Steuer- und Beitragseinnahmen stünden konjunkturell bedingte Mehrausgaben und Kosten der Konjunkturprogramme entgegen. In diesem Jahr werde die Defizitquote auf 3,2 Prozent steigen, im kommenden Jahr sogar auf 5,2 Prozent, heißt es. Nach dem Euro-Stabilitätspakt von Maastricht ist eigentlich nur eine Defizitquote - Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben des Staats - von 3,0 Prozent zulässig. Die Institute sehen als wesentliche Risiken für die Zukunft, “dass neue Erschütterungen des internationalen Finanz- und Bankensystems keineswegs ausgeschlossen sind“. Die ohnehin restriktiver werdenden Finanzierungsbedingungen der Unternehmen könnten in eine Kreditklemme münden und die konjunkturelle Erholung erheblich behindern. Konkret schlagen die Wirtschaftsforscher vor, dass die Bundesregierung von den Banken eine wesentlich höhere Eigenkapitalquote fordert, damit es Spielraum für die künftige Kreditvergabe gibt. Auch halten sie es für geboten, bereits jetzt über Strategien zu entscheiden, wie die außergewöhnlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Finanzkrise beendet werden sollen. “Beginnen sollte man mit dem Abbau des strukturellen Defizits im Jahr 2011, wenn sich die Konjunktur stabilisiert haben dürfte“, lautet die Empfehlung.

Von Vera Fröhlich

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Leben in Deutschland teurer als im EU-Schnitt
Wiesbaden (dpa) - Das Leben in Deutschland ist weiterhin teurer als im EU-Schnitt. Das Preisniveau der privaten Konsumausgaben lag im Jahr 2017 um 5,0 Prozent über dem …
Leben in Deutschland teurer als im EU-Schnitt
Airbus droht bei Brexit ohne Abkommen mit Verlagerungen
Toulouse (dpa) - Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus will im Fall eines harten Brexits ohne Abkommen zwischen London und Brüssel seine Investitionen in …
Airbus droht bei Brexit ohne Abkommen mit Verlagerungen
Grundsicherung: Wer bekommt Hilfe, wenn das Geld nicht Zum Leben reicht?
Wer für seinen Lebensunterhalt nicht selbst aufkommen kann, hat in der Regel Anspruch auf Grundsicherung. Allerdings ist Grundsicherung nicht gleich Grundsicherung. Wir …
Grundsicherung: Wer bekommt Hilfe, wenn das Geld nicht Zum Leben reicht?
Ölpreise gestiegen - Iran lehnt Opec-Einigung weiter ab
New York/London (dpa) - Die Ölpreise sind im Vorfeld des Treffens des Öl-Kartells Opec gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur …
Ölpreise gestiegen - Iran lehnt Opec-Einigung weiter ab

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.