Deutscher Aktienmarkt freundlich

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Frankfurt (dpa) - Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag nach einem verhaltenen Start freundlich präsentiert. Auch ohne Vorgaben aus Übersee konnte der DAX bis zum Mittag um 0,28 Prozent auf 7.583,57 Zähler zulegen.

Der MDAX gewann 1,09 Prozent auf 9.185,44 Punkte, und der TecDAX stieg um 1,42 Prozent auf 886,13 Punkte. In Japan blieb die Börse wegen des "Tags des Dankes an die Arbeit" geschlossen. In den USA hatte am Donnerstag wegen "Thanksgiving" kein Handel stattgefunden.

"Das Handelsvolumen ist bisher sehr, sehr dünn", sagte Marktstratege Mirko Pillep von der Helaba. Die Anleger warteten auf die Wall Street am Nachmittag. Trotz des verkürzten Handels dürften von dort die einzigen Impulse ausgehen. Das Geschäft am deutschen Markt sei rein technisch getrieben. Nachdem der DAX am Donnerstag über der 200-Tage-Linie geschlossen habe und sich auch im bisherigen Handelsverlauf darüber halte, könne man von einer kleinen Stabilisierungstendenz sprechen.

Nach einer positiven Studie setzten sich Postbank-Titel mit plus 4,74 Prozent auf 59,20 Euro an die DAX-Spitze. Merrill Lynch hat das Papier mit einem Kursziel von 61 Euro auf seine "Most Preferred Banking List" gesetzt. Außerdem hat die Commerzbank ihr Interesse an der Post-Tochter bekräftigt.

Auch Siemens profitierten von einem Analystenkommentar und legten um 1,63 Prozent auf 97,96 Euro zu. Ein Händler verwies darauf, dass die WestLB die Aktie von "Add" auf "Buy" und das Kursziel nach einer Überprüfung von 114 Euro auf 116 Euro angehoben hat. Das habe die Nachricht überwogen, dass Siemens den Anteil an Areva NP erhöhen wolle, sagte ein Börsianer. Der Konzern dementierte am Morgen: Man denke derzeit nicht an eine Erhöhung seiner Beteiligung an dem französischen Atomkonzern Areva NP nach.

Beiersdorf-Titel verloren am MDAX-Ende 2,68 Prozent auf 52,20 Euro. Händlern zufolge drückte das Dementi der Trennungspläne für die Klebstoff-Tochter Tesa auf den Kurs. "Beiersdorf hat zur Zeit kein Interesse an einer Trennung von Tesa. Alles andere ist Spekulation", hatte eine Konzernsprecherin der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX gesagt und damit einem Bericht des "manager magazins" (Ausgabe vom 23. November) widersprochen.

EADS gaben 0,89 Prozent auf 21,09 Euro ab. Händlern zufolge hängt das Problem des schwachen Dollar wie ein Damokles-Schwert über den Aktien. Der Verkauf von Airbus-Werken sei dagegen eher ein Nebenschauplatz.

Bei den Technologiewerten setzten GPC Biotech mit plus 12,07 Prozent auf 3,90 Euro ihren Höhenflug fort. "Hier setzen einige Anleger auf eine Erholung, auch wenn man die Aktie fundamental gesehen immer noch verkaufen müsste", hieß es aus dem Markt. Andere Börsianer vermuteten Großaktionär Dietmar Hopp hinter dem zuletzt wieder verstärkten Interesse an dem Titel. Möglicherweise nehme Hopp die Aktie einfach von der Börse, indem er den Freefloat aufkaufe, mutmaßte ein Händler. Ein Unternehmenssprecher sagte der Nachrichtenagentur dpa-AFX, GPC Biotech verfolge weiter ihre M&A-Politik. "Wir haben keine neuen Nachrichten vom Unternehmen veröffentlicht", sagte der Sprecher.

Im SDAX gewannen Aktien von EM. Sport Media 4,11 Prozent auf 3,80 Euro. Die amerikanische Investmentgesellschaft MarCap stockt laut "Handelsblatt" derzeit ihre Beteiligungen an den beiden Kirch-Firmen - dem Sportkonzern EM. Sport Media und der Schweizer Filmfirma Highlight Communications - kontinuierlich auf. MarCap halte derzeit 5,04 Prozent an EM.Sport Media, sagte ein Händler. Wenn dieser erhöht werden, stütze das die Aktie. Analystin Gepa Tiemann von der WestLB maß der für Juni 2008 geplanten Mehrheitsübernahme von EM.Sport an Highlight Communications allerdings mehr Bedeutung zu.

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