Deutscher Aktienmarkt schließt mit Verlusten

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Frankfurt/Main (dpa) - Eine Reihe negativer Nachrichten aus den USA haben am Freitag den deutschen Aktienmarkt spürbar belastet.

Nachdem der Konzern General Electric (GE) seine Umsatz- und Gewinnerwartungen für das laufende Jahr drastisch senkte und auch die Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten schwach ausfielen, gab der deutsche Leitindex DAX seine frühen Gewinne ab und schloss schwach. Mit minus 1,50 Prozent auf 6603,57 Punkte ging er aus dem Handel. Im Wochenverlauf verlor der Index damit 2,4 Prozent. Der MDAX fiel um 0,60 Prozent auf 8809,68 Zähler. Der TecDAX sank um 1,71 Prozent auf 790,86 Punkte.

Der Schock durch GE sei der Hauptgrund für die Kursverluste am deutschen Aktienmarkt gewesen, sagte Händler Thomas Stengl von der Postbank. Dass so ein großes und breit aufgestelltes Unternehmen seine Ziele derart stark nach unten revidiert, weckt nach Ansicht des Marktanalysten Roland Ziegler von der BHF-Bank Befürchtungen, dass noch weitere US-Unternehmen in der gerade erst angelaufenen Berichtssaison ihre Gewinnprognosen senken müssen. Statt eines mindestens zehnprozentigen Umsatzzuwachses erwartet GE für 2008 nur noch ein achtprozentiges Wachstum. Beim Gewinn wird nur noch von maximal fünf Prozent Anstieg ausgegangen statt der bislang erwarteten zehn Prozent.

Ebenfalls enttäuschend fielen auch das US-Verbrauchervertrauen der Uni Michigan und der Importpreis-Index aus, sagte Postbank-Händler Stengl. "Das hat dem Aktienmarkt dann nochmals einen Schub nach unten versetzt", sagte er.

Die Titel des GE-Wettbewerbers Siemens fielen mit einem Abschlag von 3,44 Prozent auf 68,25 Euro auf den letzten Platz im DAX. Nicht zu Unrecht seien Siemens von den GE-Zahlen in Mitleidenschaft gezogen worden, sagte ein Analyst. "Vor allem die Schwäche in der US- Medizintechnik-Sparte betrifft Siemens genauso, denn der deutsche Konzern agiert in denselben Märkten wie GE", hob er hervor.

Im MDAX büßten die Aktien des Flughafen-Betreibers Fraport nach den veröffentlichten Verkehrszahlen für März 2,98 Prozent auf 45,53 Euro ein. Nach Ansicht von Händlern waren die Zahlen etwas schwach, da im vergangenen Monat die Zahl der in Frankfurt abgefertigten Fluggäste im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist.

Die Titel von Tele Atlas vollzogen im Tagesverlauf eine Berg- und Talfahrt und gingen schließlich mit einem kräftigen Verlust von 13,36 Prozent auf 22,31 Euro aus dem Handel. Die Titel wurden zuletzt von Aussagen belastet, dass der Übernahme-Interessent TomTom die Frist der EU-Kommission zur Einreichung von Vorschlägen für wettbewerbsrechtliche Auflagen einfach habe verstreichen lassen. Am Markt hieß es dazu: Sollte die Übernahme von Tele Atlas scheitern, so sei das sehr negativ für die Aktie des Herstellers digitaler Landkarten. Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung mit der EU sei gesunken.

Der EuroSTOXX 50 verlor 1,54 Prozent auf 3699,99 Zähler. Im Wochenvergleich war das ein Minus von 2,57 Prozent. Die Börsen in Paris und London schlossen am Freitag ebenfalls schwach. In den USA verbuchten die wichtigsten Aktienindizes zum europäischen Börsenschluss ebenfalls Verluste von mehr als einem Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 4,00 (Vortag: 3,96) Prozent. Der Rentenindex kletterte um 0,24 Prozent auf 118,95 Punkte. Der Bund Future legte um 0,59 Prozent auf 115,96 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel und stand am Abend bei 1,5810 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,5833 (Vortag: 1,5875) Dollar fest. Der Dollar kostete 0,6316 (Vortag: 0,6299) Euro.

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