Deutscher Aktienmarkt schließt in der Verlustzone

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Frankfurt/Main (dpa) - Die meisten deutschen Aktien haben am Dienstag unter negativen Nachrichten aus der Finanzbranche gelitten und zum Teil mit deutlichen Verlusten geschlossen. Der DAX ging mit einem Abschlag von 2,34 Prozent auf 6.282,43 Zähler aus dem Handel, und für den MDAX ging es um 1,85 Prozent auf 8.242,27 Punkte nach unten. Der TecDAX sank um 1,31 Prozent auf 789,01 Punkte.

"Die Anleger schmieden weiterhin das heiße Eisen Bankenkrise", kommentierte Robert Halver, Leiter Marktkapitalanalyse bei der Wertpapierhandelsbank Baader. So hatte das "Wall Street Journal" berichtet, einige Analysten rechneten bei der Investmentbank Lehman Brothers mit einem Verlust von knapp zwei Milliarden US-Dollar im dritten Quartal. Zudem kursieren laut Halver immer noch Gerüchte, dass die US-Regierung die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac stützen muss.

Unter den Finanzaktien rutschten Hypo Real Estate (HRE) um 5,01 Prozent auf 16,48 Euro ab und Commerzbank verloren 4,89 Prozent auf 19,94 Euro. Titel der Deutschen Bank gaben 4,59 Prozent auf 57,26 Euro ab.

Postbank-Aktien verbilligten sich am Indexende sogar um 6,45 Prozent auf 40,01 Euro. Händler verwiesen auf Berichte, wonach der Logistikkonzern sich nicht mehr in aktiven Verhandlungen über den Verkauf seiner Tochtergesellschaft befinde und die Deutsche Bank sich zunächst aus den Verhandlungen zurückgezogen habe. "Die Zeit der Preisillusionen ist vorbei", sagte ein Börsianer. "Ich glaube der Verkauf wird verschoben, bis bessere Zeiten kommen und das Geld wieder lockerer sitzt." Die Deutsche Post dementierte inzwischen allerdings einen Stillstand der Verkaufsgespräche. "Wir verhandeln. Daran hat sich nichts geändert", sagte eine Post-Sprecherin. Deutsche Post-Titel sanken um 3,84 Protzen auf 15,01 Euro.

Die Sorgen über die US-Finanzkrise drückten auch die Titel der im MDAX notierten Aareal Bank tief ins Minus. Sie schlossen mit einem Abschlag von 7,45 Prozent auf 14,91 Euro. Zeitweise hatten die Papiere des Immobilienfinanzierers bei hohem Volumen ihre Kursverluste sogar bis auf 14,56 Euro ausgeweitet. Es scheine einen größeren Verkäufer zu geben, dem sich aktuell niemand entgegen stellen wolle, sagte ein Börsianer.

Für die Aktien von Infineon ging es im DAX wiederum um 4,06 Prozent auf 5,56 Euro nach unten. Die zweistelligen Wachstumsraten in der Halbleiterbranche sind nach Ansicht des neuen Vorstandschefs Peter Bauer für immer vorbei. Die Papiere des Industrie-Unternehmens ThyssenKrupp entwickelten sich dagegen nach anfangs höheren Verlusten mit minus 1,53 Prozent auf 32,92 Euro besser als der DAX. Entgegen einem vorangegangenen Bericht der "Welt" will das Transrapid-Konsortium, zu dem auch der Mischkonzern Siemens gehört, trotz des Scheiterns in Deutschland und Verzögerungen im Ausland an der Magnetbahn festhalten. Auch ein Siemens-Sprecher bekannte sich zur Technologie. Papiere des Münchener Konzerns verloren 2,77 Prozent auf 74,64 Euro.

Im MDAX büßten Anteilsscheine von Praktiker nach einem enttäuschenden Ausblick der US-Baumarktkette Home Depot 5,21 Prozent auf 10,00 Euro ein. Der US-Wettbewerber rechnet für 2008 beim Gewinn je Aktie (EPS) mit einem Rückgang von etwa 24 Prozent. Solon-Papiere hatten im TecDAX nur anfangs von der Bilanzvorlage profitiert, bevor sie ins Minus drehten und 4,29 Prozent auf 42,59 Euro verloren. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie des Solarmodul-Herstellers unter Vorwegnahme guter Zahlen bereits vortags fast sechs Prozent gewonnen hatte. Solon hat mit den im ersten Halbjahr verzeichneten Umsätzen die Erwartungen der Marktteilnehmer übertroffen. Einheitlich positiv nahmen die Börsianer auch den bestätigten Ausblick auf das Gesamtjahr auf.

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