Deutscher Erfindergeist ungebrochen

- München - Deutsche Erfinder stehen auf Europa weiterhin auf Platz eins. Im weltweiten Vergleich liegen sie hinter den USA auf Platz zwei, berichtete das Europäische Patentamt (EPA) am Mittwoch in München. Die Nachfrage nach Patentschutz in Europa ist ungebrochen. Nach einem Rekord von 178 600 eingereichten europäischen Patentanmeldungen im vergangenen Jahr sind nach Angaben des EPA im ersten Halbjahr schon etwa 93 000 Anmeldungen eingegangen.

In Europa waren 2004 die deutschen Tüftler mit 23 044 Patentanmeldungen (2003: 22 701) erneut am fleißigsten. "Deutschland hat die Anzahl seiner Bagatell-Patente zurückgefahren, umgekehrt aber die Anzahl seiner guten, hochwertigen Patente erhöht", sagte der neue EPA-Präsident Alain Pompidou. In Europa folgten Frankreich mit 8079 (Vorjahr: 7431) Anmeldungen, die Niederlande mit 6974 (2003: 6459) und Großbritannien mit 4791 (Vorjahr: 4843) Patentanmeldungen.<BR><BR>Bei den Branchen erwies sich die Medizintechnik mit 13 770 Patentanmeldungen am innovativsten, das waren 12,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf Rang zwei lag die elektrische Nachrichtentechnik (12 120 Patentanmeldungen, plus 10,1 Prozent) und die Datenverarbeitung mit 8134 Patentanmeldungen (plus 7,1 Prozent). Lediglich in der Biotechnologie und im Bereich organischer makromolekularer Verbindungen sei ein leichter Rückgang festzustellen, hieß es.<BR><BR>Bei den erteilten Patenten rechnet das EPA 2005 mit nur noch rund 50 000 nach 58 730 Patenten im Vorjahr gerechnet. "Die Anmeldeflut sollte sich nicht unbedingt umsetzen in erteilte Patente", sagte EPAHauptdirektor Wolfram Förster. Man wolle auch angesichts der Flut von Anmeldungen einen hohen Qualitätsfilter aufrecht halten, um spätere juristische Probleme möglichst zu vermeiden.<BR><BR>Besonders lebhaft seien wie schon im vergangenen Jahr die Anmeldeaktivitäten im Rahmen des international gültigen Patent Cooperation Treaty (PTC). Sie hätten im ersten Halbjahr die Erwartungen um etwa 15 Prozent übertroffen, sagte Förster. Dies betrifft weltweit wirksame Anmeldungen beispielsweise aus den USA und aus Asien. 2004 wuchs die Zahl solcher Patentanmeldungen um sieben Prozent auf 120 100 und machte damit den weitaus größten Teil aus. Aber auch die über den direkten europäischen Weg eingereichten Patentanmeldungen legten um sechs Prozent auf 58 500 zu.

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