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Schwacher Euro gibt deutschen Exporten Rückenwind.

Deutscher Export erhält Rückenwind

Düsseldorf - Die deutschen Exporte haben im Februar unerwartet deutlich zugelegt. Sie profitiert von dem gesunkenen Euro-Kurs, vor allem bei Exporten in den Dollarraum und nach Asien.

Die deutsche Exportwirtschaft wittert Morgenluft. Nach einem Dämpfer im Januar legten die deutschen Ausfuhren im Februar wieder kräftig zu. Die Exporte kletterten im Vergleich zum Januar unerwartet deutlich um 5,1 Prozent und damit so stark wie seit acht Monaten nicht mehr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Die Einfuhren lagen um 0,2 Prozent über dem Vormonat. Im Vergleich zum extrem schwachen Februar 2009 stiegen die Exporte um 9,6 Prozent. Das ist der größte Zuwachs seit April 2008. Die Einfuhren waren um 4,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Aus der Sicht des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) geben die Februar-Zahlen Anlass für Zuversicht: “Die deutsche Exportwirtschaft lässt die Krise allmählich hinter sich, auch wenn gelegentliche Rückschläge nicht auszuschließen sind“, sagte Verbandspräsident Anton Börner in Berlin. Der deutschen Wirtschaft komme nun zugute, dass sie in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben gemacht habe und nun international wettbewerbsfähig sei.

Börner betonte aber, der starke Anstieg sei auch auf das schwache Vorjahr zurückzuführen ist. Damals hatte die Wirtschaftskrise die deutschen Exporteure mit voller Wucht getroffen. Im Februar 2009 hatten die Exporte ihren Tiefpunkt erreicht, die Ausfuhren waren gegenüber Februar 2008 um dramatische 23 Prozent abgestürzt.

Im Februar 2010 wurden nach Angaben der Statistiker Waren im Gesamtwert von 70,0 Milliarden Euro aus Deutschland ausgeführt und Waren für 57,3 Milliarden Euro eingeführt. Der Überschuss der Handelsbilanz legte vor allem wegen der gestiegenen Exporte zu: Der Saldo betrug rund 12,6 Milliarden Euro nach 8,0 Milliarden Euro im Vormonat.

Nach Überzeugung von Volkswirten wird der Exportrückgang um 6,5 Prozent von Dezember auf Januar ein einmaliger Ausreißer bleiben. “Die Belebung der Weltwirtschaft, die sich in den kräftig anziehenden Bestellungen aus dem Ausland widerspiegelt und die deutlich aufgehellten Exporterwartungen bei den Unternehmen zeigen, dass die Exporte wohl in den nächsten Monaten weiter spürbar steigen werden“, prognostizierte Commerzbank-Analyst Simon Junker. Vom Export seien kräftige Impulse für die deutsche Wirtschaft zu erwarten.

Zunächst wird der Außenhandel das Wachstum im ersten Quartal aber wegen des schwachen Januars belasten. Andreas Rees von UniCredit erwartet auch deshalb für die ersten drei Monate des Jahres eine leicht negative Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Danach stünden die Zeichen auf Wachstum: “Da die Exporte in den kommenden Monaten kräftig steigen dürften, könnte die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2010 wie Phoenix aus der Asche steigen.“

dpa

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