Deutscher Großhandel im Aufwind

- Berlin - Die Geschäftslage im deutschen Großhandel hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich gebessert. Die Unternehmen beurteilten sowohl die Geschäftslage als auch ihre Erwartungen deutlich besser als im langjährigen Mittel, sagte der Präsident des Bundesverbandes des Deutschen Groß- und Außenhandels (BGA), Anton Börner, am Mittwoch in Berlin. Die Umsätze dürften um 4,5 Prozent auf 641 Milliarden Euro steigen und der Beschäftigungsrückgang gestoppt werden. Der Verband rechne für 2006 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent und einem Eurokurs von 1,10 Dollar, sagte Börner weiter.

Börner forderte die Bundesregierung auf, den wirtschaftlichen Aufschwung für weitere Reformen zu nutzen. Zahlreiche Restriktionen versperrten den Weg zu neuen Arbeitsplätzen und einem höheren Wachstum. "Die deutsche Wirtschaftsordnung muss flexibler werden. Das heißt, jedem einzelnen Betrieb mit seinen Mitarbeitern mehr Freiheit einzuräumen", sagte der BGA-Präsident. Der Koalitionsvertrag habe die Erwartungen der Wirtschaft nicht erfüllt. Der Standort Deutschland stehe noch unter enormen Anpassungsdruck.

Nach Einschätzung des Verbandes wird die Konjunktur weiter vor allem von der anhaltenden Exportdynamik angetrieben. Deutschland profitiere im dritten Jahr von der robusten Weltkonjunktur. "Wir sind und bleiben die Gewinner der Globalisierung", sagte Börner. Auch der private Konsum könne moderat zum Wachstum beitragen. Dennoch drohe der Verlust von 250 000 bis 300 000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in Deutschland. Die Fußballweltmeisterschaft könne 0,25 bis 0,3 Punkte zum Wirtschaftswachstum beitragen.

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