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Der deutsche Weinjahrgang 2011 gilt als besonders gut.

Deutscher Wein will mit "Spitzenjahrgang" mehr Marktanteile

Mainz - Die deutschen Winzer jubeln: Der "11er" Jahrgang gilt als besonders gut. Bei ihren Hauptkonkurrenten - etwa Italien - sind die Ernten dagegen eher mager ausgefallen. Jetzt wollen die Deutschen durchstarten.

“Der Wein erfreut des Menschen Herz“, heißt es schon bei Goethe. In diesem Jahr umso mehr. Die Winzer schwärmen von dem “11er“ Jahrgang. Gesunde Trauben, ausgeprägtes Aroma und ein farbintensiver Rotwein. Norbert Weber, Winzer in Bischoffingen am Kaiserstuhl, ist voll des Lobes: “Ein Spitzenjahrgang, der im Bereich des natürlichen Alkoholgehaltes zwischen 12 und 13 Prozent liegt“, sagt der Präsident des Deutschen Weinbauverbandes. Er verspricht einen “angenehmen Weingenuss“. Schließlich war der Spätsommer fast ideal. Die Sonne hat die Konzentration des Zuckers in der Traube steigen lassen. Die kühlen Nächte wiederum haben das Aroma gestreichelt. Dabei war das Jahr vom Wetter her eine Achterbahnfahrt.

Die Winzer in den Anbaugebieten ziehen eine unterschiedliche Bilanz der Weinlese, die mancherorts noch nicht abgeschlossen ist. Alle sind aber vom Jahrgang begeistert. So sind in Franken die Ernteausfälle nach Angaben des Deutschen Weininstituts (DWI) nicht so gravierend wie befürchtet, weil sie teils innerhalb des Gebiets ausgeglichen werden können. Die Franken erwarten trotz der geringeren Menge einen “großen Weinjahrgang“. Auch in Württemberg führten Maifröste zu Ausfällen, doch insgesamt gehen die Winzer von “trinkfreudigen und mineralischen“ Weinen aus.

In Baden machen die Weinbauern ähnlich wie in der Pfalz Appetit auf überdurchschnittliche Qualitäten ihrer Tropfen, an der Mosel haben die Jungweine eine “erstaunlich fruchtige Aromatik“. Die Rheingauer freuen sich, dass beim Riesling zu drei Vierteln Trauben geerntet wurden, die für Prädikatswein geeignet sind. In Rheinhessen werden fruchtige Weißweine und farbintensive Rotweine erwartet. Die Sachsen sprechen von einem “guten und soliden Weinjahrgang 2011“.

Die magere Menge des vergangenen Jahres - mit rund sieben Millionen Hektoliter die bisher kleinste Ernte seit 1985 - war nicht ohne Folgen geblieben. Der Lebensmittel-Einzelhandel erhöhte die Preise. Die Weinbranche kam allerdings glimpflich davon: Nach Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) ging die verkaufte Menge im ersten Halbjahr 2011 zwar um 6,5 Prozent zurück, der Umsatz blieb aber mit einem Plus von knapp einem Prozent stabil.

Der neue Jahrgang lässt die deutsche Weinbranche neben der guten Qualität aus einem anderen Grund auf mehr Marktanteile hoffen. Die Hauptkonkurrenten in der Europäischen Union, Frankreich, Italien und Spanien, haben mit eher geringen Weinmosternten zu kämpfen. In Italien liegt die Menge mit rund 43,5 Millionen Hektolitern um 14 Prozent niedriger als im vergangenen Jahr. Frankreich kommt mit 46,5 Millionen Hektolitern auf ein Plus von 5 Prozent und Spanien mit fast 40 Millionen Hektolitern auf etwas mehr als 2010. Im Jahr 2009 exportierte Italien etwa 18,6 Millionen Hektoliter, Deutschland 3,6 Millionen. Der Präsident des Weinbauverbands sagt über den “11er“: “Die Winzer würden diesen Jahrgang gern fortschreiben.“

dpa

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