Deutschland ist attraktivster Investitionsstandort in Europa

Berlin - Laut einer Studie ist Deutschland in Europa der attraktivste Standort für ausländische Unternehmen. Gut bewertet wurden etwa Infrastruktur, soziales Klima und Lebensqualität. Es gab aber auch kritik.

Besonders gute Noten erhält Deutschland vor allem für die Infrastruktur, das soziale Klima, die Lebensqualität und die Qualifikation der Arbeitnehmer, wie aus einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young hervorgeht. Bei der Umfrage, die am (morgigen) Dienstag veröffentlicht werden soll, belegt Deutschland Platz fünf hinter China, Indien, den USA und Brasilien. Im Vergleich zu der entsprechenden Vorjahresumfrage hat Brasilien zwar Deutschland in der Beliebtheit überholt, dafür ist aber Russland auf den sechsten Platz zurückgefallen. Westeuropa insgesamt nimmt Platz zwei hinter China ein. Bei der Frage nach der Attraktivität deutscher Städte als Investitionsstandorte landete Berlin hinter London und Paris auf Platz drei. Unter die ersten zehn schafften es auch Frankfurt (Platz 4) und München auf Rang 8.

“Deutschland hat ein hervorragendes Image und wird enorm geschätzt“, sagte Studienautor Peter Englisch der Tageszeitung “Die Welt“ (Montagausgabe). Grund dafür seien der große Binnenmarkt, die hohe Kaufkraft, die gut ausgebildeten Fachkräfte und die hohe Lebensqualität gepaart mit einem attraktiven Arbeitsumfeld. Kritisch bewerten die befragten Unternehmen die Arbeitskosten, die mangelnde Flexibilität des Arbeitsrechts sowie die Unternehmensbesteuerung in Deutschland. Vor allem bei der Unternehmensbesteuerung sah Englisch einen Standortnachteil. Sie seien nicht nur relativ hoch, “besonders schädlich ist, dass es in Deutschland keinerlei steuerliche Erleichterungen für Investitionen in Forschung und Entwicklung gibt“.

An Berlin schätzen die Befragten die in den vergangenen Jahren neu geschaffene Infrastruktur. Darüber hinaus loben sie die Nähe zu Osteuropa, das Fachkräftereservoir im Hinterland und die anstehende Rolle Berlins als Verkehrsknotenpunkt mit dem neuen Hauptstadtflughafen. Für die Studie wurden 812 Manager international tätiger Unternehmen befragt.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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