Deutschland bremst Aufschwung in Europa

- Dubai - Die Aussichten auf einen Aufschwung der Weltwirtschaft sind nach Meinung des Internationalen Währungsfonds (IWF) so rosig wie seit langem nicht mehr. Allerdings spiele die Musik weitgehend in den USA, Deutschland sei dagegen ein Hemmschuh für den Aufschwung in Europa. "Erstmals seit langer Zeit sind wir recht optimistisch, dass die Weltwirtschaft zu normalen Wachstumsraten oder sogar mehr zurückkehrt", sagte IWF-Chefökonom Kenneth Rogoff in Dubai.

<P>"Mit einer weniger wachstumsorientierten Politik in der Euro-Zone (als in den USA) und dadurch, dass die Region durch die anhaltenden Schwierigkeiten in Deutschland negativ beeinflusst wird, dürfte der Aufschwung dort verhalten vorangehen", heißt es in dem Bericht. "Die deutsche Wirtschaft bedroht die Aufschwungaussichten der Euro-Zone."</P><P>Die optimistische Einschätzung der Weltwirtschaftsentwicklung stützt der IWF weitgehend auf stärker als erwartetes Wachstum in den USA. Der IWF rechnet dort heuer mit 2,6 % Wachstum und 2004 mit 3,9  %, knapp einen halben Prozentpunkt mehr als im Frühjahr. Weltweit sei damit die Frühjahrserwartung von 3,2 % Wachstum in diesem und 4,1 % im nächsten Jahr einzuhalten. Für die Euro-Zone wurden die Prognosen dagegen nach unten korrigiert: auf 0,5 % in diesem und 1,9 % im nächsten Jahr.</P><P>Deutschland ist das einzige große Industrieland der Welt, für das der IWF in diesem Jahr überhaupt kein Wachstum erwartet. 2004 hält der IWF 1,5 % für machbar, neben Japan (1,4 %) die bescheidendste Prognose überhaupt. Der IWF warnt vor zahlreichen Risiken: ein starker Dollarverfall könne den Euro so teuer machen, dass die Wachstumspflänzchen in Europa im Keim ersticken. Die USA forderte der IWF nachdrücklich zu einer Strategie zum Defizitabbau auf. Rogoff lobte das Reformpaket der Bundesregierung, das aber nur ein erster Schritt sein könne.<BR></P>

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