Deutschland auf Weg der Erholung

- Kiel - Die Konjunktur in Deutschland ist nach Einschätzung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) auf dem Weg der Erholung. Der Aufschwung, der in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres eingesetzt habe, werde sich 2006 stärker beschleunigen als bisher erwartet.

Entsprechend erhöhte das IfW seine Wachstumsprognosen. 2006 erwarten die Experten nun einen realen Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 1,5 (zuvor: 1,1) Prozent, im zu Ende gehenden Jahr 0,8 (0,7) Prozent. 2007 dürfte die Dynamik mit einem Wachstum von 1,0 Prozent deutlich nachlassen, schreiben die Konjunkturexperten und führen dies unter anderem auf weitere Zinserhöhungen und eine Abkühlung der Weltkonjunktur zurück.

Als stimulierend bewertet das IfW derzeit die kräftige Konjunktur im Ausland, die Abwertung des Euro sowie die wieder niedrigeren Weltmarktpreise für Rohöl, die mit gegenwärtig etwa 55 Dollar um rund 10 Dollar niedriger seien als im September. Die privaten Konsumausgaben werden 2006 durch die Energieverteuerung zunächst gedämpft, vor der geplanten Mehrwertsteuererhöhung um drei Prozentpunkte Anfang 2007 erwarten die Experten aber noch einen vorgezogenen Konsum.

Der neuen Bundesregierung rät das Institut, in das neue Stabilitätsprogramm Maßnahmen einzubauen, mit denen das Budgetdefizit des Staates rascher verringert werden kann. Das zählen für das IfW zusätzliche Kürzungen der Finanzhilfen des Staates und der Steuervergünstigungen. Wichtig seien darüber hinaus Reformen der Kranken- und Pflegeversicherung sowie der Einkommenssteuer, die durch niedrige Grenzsteuersätze auch Arbeitsanreize schafft. Die Zahl der Arbeitslosen geht laut IfW in 2006 auf 4,6 (2005: 4,8) Millionen zurück.

Die Weltwirtschaft expandierte 2005 laut IfW kräftig. In den Industrieländern dürfte sich in den kommenden beiden Jahren der Zuwachs der gesamtwirtschaftlichen Produktion von rund 2,5 Prozent nahezu fortsetzen. Eine weitere konjunkturelle Belebung erwartet das IfW 2006 auch im Euroraum, insbesondere durch einen vorausgesetzten stabilen Ölpreis von 55 Dollar. Infolge einer allmählichen geldpolitischen Straffung werde sich die Dynamik in der Region 2007 mit einem Wachstum von 1,8 Prozent (2006: 2,1) Prozent aber wieder verringern. Das IfW erwartet in den USA bereits 2006 eine konjunkturelle Verlangsamung - mit einem Wachstum von 3,4 (2005: 3,6) Prozent.

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