Deutschland erzielt Doppelrekord bei Export

Wiesbaden: - Wiesbaden - Exportweltmeister Deutschland hat 2006 zum dritten Mal in Folge einen Doppelrekord beim Außenhandel erreicht. Nie zuvor hat Deutschland so viele Waren exportiert und solch einen hohen Überschuss erzielt wie im vergangenen Jahr, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit.

Die deutschen Ausfuhren übertrafen die Einfuhren um 22,5 Prozent. Der Saldo - also die Differenz zwischen Ausfuhren und Einfuhren - lag bei 164,6 nach 158,2 Milliarden Euro im Jahr 2005. Gleichzeitig kletterte der Wert der ausgeführten Waren "made in Germany" um 13,7 Prozent auf 893,6 Milliarden Euro - das war ein historischer Rekord und weltweit der Spitzenplatz. Auf Platz zwei beim Weltexport landeten die USA vor China.

"Die Rekorde sind ein Beleg für die Stärke der deutschen Wirtschaft", sagte ein Statistiker. Das gute Abschneiden führen Volkswirte auf die starke weltweite Nachfrage, aber auch Kostensenkungen bei Unternehmen und moderate Lohnsteigerungen zurück. Nur dank günstiger Vorprodukte aus Osteuropa könnten deutsche Firmen Erfolge feiern. Diese Produktionsverlagerung in billige Niedriglohnländer gilt als eine der Schattenseiten des Exportbooms. Die Statistik erfasst allerdings nur Warenexporte. "Die deutsche Wirtschaft hängt nach wie vor stark von der außenwirtschaftlichen Entwicklung ab", sagt Volkswirt Andreas Scheuerle von der DekaBank.

Die höchsten Handelsbilanzüberschüsse erzielte Deutschland 2006 im Warenverkehr mit den USA (29,5 Milliarden Euro), gefolgt von Spanien und Frankreich. Große Handelsbilanzdefizite gab es dagegen mit China (21,2 Mrd Euro), vor allem wegen der zahlreichen Importe von Computern, Handys und anderen elektronische Produkten.

China wird auch wegen der als unterbewertet geltenden Währung Yuan kritisiert, die chinesische Exporte auf dem Weltmarkt begünstigt. Aber auch im Handel mit Norwegen, Irland und Japan gab es ein Minus. Seit 2004 hat Deutschland den Überschuss im Außenhandel stetig auf neue Höchstwerte gesteigert. Deutschland bestreitet heute rund 9,3 Prozent der weltweiten Exporte.

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