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Dank der Energiewende sind Wind, Sonne, Wasser und Biomasse derzeit allgegenwärtig. Doch im Gesamtbild wird klar: Deutschland hängt noch immer vor allem an Öl und Gas. Und beides kommt überwiegend aus Russland. Foto: Maxim Shipenkov/Archiv

Deutschland hängt weiter stark von Energielieferant Russland ab

Hannover (dpa) - Beim Energiehunger der Industrienation Deutschland herrscht weiter eine enorme Abhängigkeit vor allem vom Rohstofflieferanten Russland.

Vergangenes Jahr stammten nur noch zwei Prozent des Erdöls und zwölf Prozent des Erdgases aus inländischer Förderung, da die heimischen Quellen zur Neige gehen. Das geht aus dem Situationsbericht der Bundesanstalt für Rohstoffe (BGR) in Hannover hervor, der der Nachrichtenagentur dpa am Montag vorlag. Demnach sind Öl und Gas hierzulande Hauptenergieträger mit zusammen 55 Prozent Anteil. Bei beiden dominiert Russland als Hauptlieferant und sorgt für jeweils gut ein Drittel der Importe.

Bei der gesamten sogenannten Primärenergie - gemeint sind damit alle natürlich vorkommenden begrenzten Quellen wie etwa Öl und auch alle regenerativen wie Wind - hängt Deutschland erheblich von Importen ab. Die Haupterklärung dafür ist die große Bedeutung von Öl und Gas mit zusammen mehr als der Hälfte Anteil. Denn nur bei Braunkohle, Atomenergie und den Erneuerbaren ist Deutschland Selbstversorger. Die drei Formen kommen aber zusammen noch nicht einmal auf ein Drittel Anteil. Mit 13 Prozent macht die zu fast 90 Prozent importierte Steinkohle den Primärenergiekuchen komplett. Die BGR betont, es sei "auch zukünftig von einem weiteren Anstieg der Importabhängigkeit Deutschlands bei den fossilen Energierohstoffen auszugehen".

Das Bild ändern könnte die hochumstrittene Frackingtechnologie, die mit Chemie Erdgas aus Schiefergesteinen gewinnt. "Ob überhaupt und falls ja wann die Produktion aus solchen Vorkommen erfolgen könnte, ist nicht absehbar", heißt es in der aktuellen Rohstoffstudie.

Bei der gesamten Rohstoffbilanz hält die BGR fest, dass Deutschland im vergangenen Jahr erstmals seit mehr als zehn Jahren weniger für seine Rohstoffimporte zahlte als im Vorjahr. Die Finanzkrise 2009 bleibt in dieser Betrachtung als Ausnahme außen vor.

2013 wurden demnach mineralische Rohstoffe wie etwa Metall und Energierohstoffe im Wert von rund 142,8 Milliarden Euro eingekauft. Das war im Vergleich zu 2012 ein Minus von 5 Prozent. Der größte Teil der Kosten entfiel dabei auf die Energierohstoffe (70 Prozent).

Neuer Situationsbericht (ab Mittag online)

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