Deutschland: ifo-Geschäftsklima überraschend aufgehellt

München - Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im März überraschend den dritten Monat in Folge aufgehellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex sei von 104,1 Punkten im Vormonat auf 104,8 Punkte gestiegen, teilte das ifo Institut am Mittwoch in München mit.

Von Thomson Financial News befragte Volkswirte hatten wegen des Euro-Höhenfluges und der Abschwächung in den USA hingegen einen leichten Rückgang auf 103,4 Punkte erwartet.

"Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Konjunktur in Deutschland mit Jahresbeginn an Schubkraft gewonnen hat", sagte der Präsident des ifo Instituts, Hans-Werner Sinn laut Mitteilung. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftssituation erneut positiver als im Vormonat. Geringfügig aufgehellt hätten sich auch die Perspektiven für das kommende halbe Jahr.

Die Einschätzung der Geschäftslage kletterte von 110,3 Punkten im Vormonat auf 111,5 Punkte. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 109,5 Punkte gerechnet. Die Geschäftserwartungen hellten sich ebenfalls auf. Sie kletterten von 98,2 Punkten im Vormonat auf 98,4 Punkte. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 97,6 Punkte gerechnet.

Im verarbeitenden Gewerbe verbesserte sich das Geschäftsklima wieder etwas. Die Firmen stuften ihre gegenwärtige Lage deutlich günstiger ein, mit Blick auf die zukünftige Entwicklung habe sich die Einschätzung nur wenig abgeschwächt. Trotz des hohen Eurokurses schätzten die Unternehmen ihr künftiges Exportgeschäft noch etwas optimistischer ein. Den Plänen zufolge werde der Anstieg der Beschäftigtenzahl in den nächsten Monaten anhalten.

Der Stimmungsindikator im Einzelhandel tendiere nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat unterdessen etwas nach unten. Zurückzuführen sei dies vor allem auf die Verschlechterung der Geschäftslage, während die Aussichten für das kommende halbe Jahr nur geringfügig weniger optimistisch eingeschätzt würden.

Das ifo-Geschäftsklima basiert auf rund 7.000 monatlichen Meldungen von Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes, des Bauhauptgewerbes, des Großhandels und des Einzelhandels. Die Unternehmen werden gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate mitzuteilen.

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