Deutschland kämpft um Airbus-Jobs

Harte Bandagen: - Berlin -­ Um die deutschen Airbus-Arbeitsplätze wird auch auf Regierungsebene mit harten Bandagen gekämpft. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos drohte der Airbus-Konzernmutter EADS mit dem Entzug von Rüstungsaufträgen, sollte es einen massenhaften Jobabbau in den deutschen Werken geben.

Die heimischen Standorte bekommen derweil Rückenwind durch eine Airbus-interne Studie, aus der "Focus" berichtet. Danach rangieren zwei deutsche Werke auf den Plätzen 2 und 3 im unternehmensinternen Vergleich.

"Wir bestehen darauf, dass Deutschland als Hochtechnologie-Standort von Airbus -­ insbesondere im Rumpfbau -­ bestehen bleibt. Sollte das nicht der Fall sein, so müsste Deutschland seine Rüstungsaufträge bei der Airbus-Konzernmutter EADS überprüfen", sagte Bundeswirtschaftminister Glos der "Bild am Sonntag". Hamburgs Wirtschaftssenator Gunnar Uldall sagte der Sonntagsausgabe des "Hamburger Abendblatt", Deutschland sei ein großer Militär-Kunde von Airbus: "Man kann davon ausgehen, dass der Vorstand eines Unternehmens bei Entscheidungen immer mitberücksichtigt, wie sich sein Kundenkreis zusammensetzt."

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff hält indes nicht viel von Drohszenarien. Er sagte NDR 1 Niedersachsen: "Ich finde, jemand, der solche Dinge verknüpft, der geht dem Wettbewerb aus dem Weg, dass die deutschen Standorte besonders leistungsfähig, effizient und wirtschaftlich sind und die Ursachen für die Probleme von EADS-Airbus woanders liegen."

Wulff sagte, am 13. Februar werde es in Berlin ein Treffen des Airbus-Chefs Louis Gallois mit Glos und möglicherweise auch Bundeskanzlerin Angela Merkel geben. Auch er selbst werde dabei sein. Eine Bestätigung eines Treffens Merkel­Gallois gab es von der Bundesregierung zunächst nicht. Eine Sprecherin sagte nur: "Die Bundesregierung wird weiterhin intensiv alle Möglichkeiten nutzen, um gegenüber dem EADS-Konzern die Interessen der deutschen Airbus-Standorte zu verteidigen."

Argumente zumindest für die Standorte Bremen und Hamburg könnte die Airbus-Studie liefern, aus der "Focus" zitiert. Nur die britische Airbus-Fabrik in Broughton steht in der Untersuchung, die als Grundlage des radikalen Sparprogramms "Power 8" erarbeitet worden sei, besser da. Laut NDR soll eine Vorentscheidung über die deutschen Standorte schon Ende kommender Woche fallen. Bisher war der 20. Februar im Gespräch.

Laut "Focus" wurden für die Studie zehn Wochen lang alle europäischen Werke untersucht und dabei rund 400 Fragen pro Standort abgearbeitet. Das Werk in Broughton habe mit der Note 3,28 (bei einer maximal möglichen Note 5) den besten Wert erhalten. Darauf folge Bremen mit 3,23 vor Hamburg, das im Bereich "Endlinie" die Note 3,13 und im Bereich "Technik, Rumpf" eine 3,04 erhalten habe.

Mit Buxtehude (Note 2,40) sei aber auch auf dem letzten Platz ein deutscher Standort zu finden. Die Werke Nordenham und Varel landeten dem Magazin zufolge mit jeweils 2,94 im oberen Mittelfeld, Stade kam mit 2,84 auf Rang 10. Das Werk Laup-heim erreichte die Benotung 2,70 und damit den 13. Rang.

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