Deutschland so gut wie sicher Exportweltmeister

- Wiesbaden - Deutschland hat dank eines Endspurts den Titel des Exportweltmeisters 2006 so gut wie sicher. Im Oktober stiegen die Ausfuhren so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Mit einem Plus von 22,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert kletterten die Exporte auf 84,1 Milliarden Euro.

Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Von Januar bis Oktober summiert sich der Zuwachs auf 13,8 Prozent gegenüber Vorjahr. "Das sind neue Rekordwerte. Deutschland steuert auf den Weltmeistertitel zu", sagte ein Statistiker. Es wäre das vierte Mal in Folge. Vor allem die Autoindustrie und der Maschinenbau tragen zu der Exportstärke bei.

Die Außenhandelsbilanz - der Saldo von Exporten und Importen - stieg dank des starken Exportwachstums auf einen Überschuss von 17,3 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte der Wert erst 11,8 Milliarden Euro betragen. "Die Außenhandelszahlen haben positiv überrascht, die Exporte trotzen noch der schwächeren Weltkonjunktur", berichtete die Commerzbank. Laut Statistik haben alle Warengruppen zu dem Zuwachs beigetragen. Da der Vorjahresmonat schwach ausgefallen war, wurde das Plus durch diesen statistischen Effekt verstärkt.

Die meisten Volkswirte rechnen im neuen Jahr mit einer schwächeren Exportentwicklung, weil die nachlassende Weltkonjunktur und die jüngste Aufwertung des Euro den Export erschweren. Der starke Euro verteuert deutsche Waren außerhalb des Euro-Währungsraums und beeinträchtigt die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Firmen.

Saisonbereinigt legten die Exporte im Oktober gegenüber dem Vormonat um 2,6 Prozent zu. Der Wert der importierten Waren stieg um 17,6 Prozent gegenüber dem Vormonat und lag saisonbereinigt um 0,2 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Wichtigster Markt für Waren "made in Germany" bleibt die Europäische Union. Dorthin wurden im Oktober Waren im Wert von 51,4 Milliarden Euro verkauft, das waren fast 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Den stärksten Zuwachs erzielten die deutschen Exporteure auf den Märkten außerhalb der Europäischen Union, wohin fast ein Drittel mehr Waren gingen.

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