+
Eine Euro-Münze: Deutschland zahlt fast 22 Milliarden für den Euro-Rettungsschirm.

Euro-Rettungsschirm: Deutschland zahlt fast 22 Milliarden

Brüssel - Für den dauerhaften Rettungsschirm zur Verteidigung der Einheitswährung muss Deutschland knapp 22 Milliarden Euro einzahlen.

Die Finanzminister der Euro-Staaten einigten sich am Montag in Brüssel auf die letzten Einzelheiten für den ESM genannten Fonds, der 2013 eingerichtet wird. Er wird mit insgesamt 80 Milliarden Euro an Barkapital sowie 620 Milliarden Euro an Garantien oder abrufbarem Kapital ausgestattet. Damit soll sichergestellt werden, dass er drohenden Pleitestaaten wie Griechenland oder Irland bis zu 500 Milliarden Euro zur Verfügung stellen kann.

Deutschland als größte Volkswirtschaft der EU muss 27,1 Prozent des Hilfsfonds schultern. Dass heißt, 21,8 Milliarden Euro müssen tatsächlich überwiesen werden. Eine erste Tranche von elf Milliarden Euro ist bis 2013 fällig, weitere drei Tranchen folgen in jährlichen Abständen. Dadurch werde zwar die Nettokreditaufnahme steigen, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble am Abend in Brüssel. Das Ziel, die Schuldenbremse einzuhalten, sei dadurch aber nicht berührt.

Rettungsschirm wird aufgestockt

Der befristete Rettungsschirm wird in den kommenden Monaten aufgestockt, so dass er Wackelkandidaten 440 Milliarden Euro zur Verfügung stellen kann. Dazu muss der deutsche Garantiebeitrag von 120 Milliarden Euro fast verdoppelt werden. Für den ESM werden dann neue Regeln eingeführt. Für den Fonds wird eine neue intergouvernementale Institution geschaffen, erklärte Schäuble. Er stellte klar, dass es Hilfe auch künftig nur gebe, wenn die bedürftigen Staaten im Gegenzug strenge Sparprogramme auflegen und wenn der Euro insgesamt unter Druck gerät.

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Gewinnmitnahmen sorgen für leichtes Minus im Dax
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat eine turbulente Handelswoche leicht im Minus beendet. Nachdem der klare Ausgang der französischen Parlamentswahl und die Rekordjagd an …
Gewinnmitnahmen sorgen für leichtes Minus im Dax
Streit um Alnatura-Markenrechte beigelegt
Bickenbach/Karlsruhe (dpa) - Der Dauerstreit um die Rechte an der Bio-Marke Alnatura ist beigelegt. Der Gründer der Drogeriekette dm, Götz Werner, hat eine entsprechende …
Streit um Alnatura-Markenrechte beigelegt
Niedrigere Schienen-Maut soll Güterzüge voranbringen
Wie kommt mehr Frachtverkehr von den überlasteten Autobahnen auf die umweltfreundlicheren Bahnschienen? Der Bund gibt nun einen finanziellen Impuls.
Niedrigere Schienen-Maut soll Güterzüge voranbringen
Studie: Mütter arbeiten nach Elternzeit schneller wieder
Vor zehn Jahren wurde das Elterngeld eingeführt. Seitdem scheint es vor allem für Mütter attraktiver geworden zu sein, in Elternzeit zu gehen. Arbeitgeber und …
Studie: Mütter arbeiten nach Elternzeit schneller wieder

Kommentare