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Wenn ein Testament fehlt, wird es im Erbfall oft schwierig. Streitigkeiten zwischen denen, die erben wollen, kommen dann in vielen Fällen vor.

Deutschland wird zum Land der Erben

Berlin - Die Deutschen werden ein Volk von Erben. 32 Prozent geben an, schon einmal geerbt zu haben, weitere 23 Prozent erwarten eine Erbschaft in den kommenden Jahren. Frauen haben dabei die Nase vorn. 

Diese Zahlen gehen hervor aus einer Allensbach-Umfrage der Postbank, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Danach erben Frauen wegen ihrer höheren Lebenserwartung mehr und häufiger als Männer. Und Westdeutsche bekommen deutlich mehr als Ostdeutsche. Zu 75 Prozent wird Geld vererbt. Zu 58 Prozent liegt der Wert aber unter 50.000 Euro.

Die Postbank erwartet jedoch, dass das jährliche Gesamterbe von 233 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 330 Milliarden im Jahre 2020 wächst. Insbesondere Immobilien würden in Zukunft immer häufiger vererbt. Derzeit sei das in 38 Prozent der Fälle so. In 34 Prozent der Fälle werden Möbel vererbt, zu 30 Prozent Schmuck und zu 18 Prozent Kleidung. Zu 74 Prozent bekommen Erben etwas von den Eltern, zu 22 Prozent von den Groß- und Urgroßeltern und zu jeweils 14 Prozent von Onkel/Tante oder den Schwiegereltern sowie zu 9 Prozent vom Ehe- oder Lebenspartner.

Zu den typischen Fehlern beim Vererben zählt Postbank-Privatkunden-Vorstand Michael Meyer ein fehlendes Testament. Es liege nur in 53 Prozent der Fälle vor. Auch ließen sich die Erben bei der Anlage nur zu 26 Prozent professionell beraten. Dazu passe, dass nur eine Minderheit glaube, “recht gut Bescheid“ zu wissen bei Begriffen wie Testament, Pflichtteil, Erbschein, Erbschaftsteuern und Erbvertrag.

Knapp ein Fünftel der westdeutschen Erben hat laut Studie schon über 100.000 Euro erhalten. Ostdeutsche Erben haben diese Summe jedoch nur in knapp drei Prozent der Fälle bekommen. Der Umfrage zufolge liegt im Westen der Wert in 45 Prozent aller Fälle unter 25.000 Euro. Im Osten sind es sogar 61 Prozent der Erbfälle, die unter dieser Summe bleiben. Streit ums Erbe entsteht in 17 Prozent der Fälle und eher dann, wenn die Summe höher ist - hauptsächlich deshalb, weil sich einige Erben benachteiligt fühlen (73 Prozent). Allerdings waren 57 Prozent der Erben schon vorher zerstritten.

In Deutschland erhielten 15 Prozent der Erben zwischen 100.000 und 500.000 Euro, nur ein Prozent mehr als 500.000 Euro. Vor einigen Jahren wurde der Freibetrag bei der Erbschaftsteuer in der Klasse 1 für Ehegatten auf 500.000 Euro angehoben, für Kinder auf 400.000 Euro. Die Erbschaftssteuer lehnt die Mehrheit der Befragten (55 Prozent) ab.

dapd

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