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Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle

Deutschland und USA wollen Bankensektor neu regeln

Washington - Deutschland und die USA wollen den internationalen Bankensektor umkrempeln: Als Konsequenz aus der Finanz- und Wirtschaftskrise sollen künftig Wettbewerbsverzerrungen verhindert werden.

Deutschland und die USA wollen bei Neuregelungen im Bankensektor gemeinsam auf Lösungen im Rahmen der 20 größten Wirtschaftsmächte (G20) dringen und nationale Alleingänge verhindern. Darauf verständigten sich Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) und US-Finanzminister Timothy Geithner am Montag in Washington. Auf diese Weise sollen Wettbewerbsverzerrungen zwischen internationalen Finanzplätzen verhindert werden, sagte Brüderle bei seinem Antrittbesuch in der US-Hauptstadt. “Und die G20 sind dafür der richtige Rahmen“, betonte der Minister.

Die Staatenrunde will im Sommer in Kanada wieder zusammenkommen, um weitere Konsequenzen aus der Finanz- und Wirtschaftskrise zu beraten. Die G20 hatte vergangenen Herbst offiziell die G8 als zentrales internationales Wirtschaftsforum abgelöst.

Brüderle sprach bei seinen Beratungen in Washington auch das Thema Protektionismus an, das vielen deutschen Firmen Sorgen bereitet. Der Wirtschafts-Spitzenberater von Präsident Barack Obama, Larry Summers, habe sich in diesem Zusammenhang dafür ausgesprochen, die Doha-Runde über den Abbau von Handelsschranken bald zu einem Abschluss zu bringen. Einer Umfrage der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer zufolge sehen deutsche Firmen eine protektionistische US-Handelspolitik als eine der größten Gefahren für ihr Geschäft.

Brüderle hatte als Ziel seiner zweitägigen US-Reise genannt, die transatlantischen Handelsbeziehungen vertiefen und die Folgen der Finanzkrise beraten zu wollen zu wollen. “In dieser schwierigen Zeit ist es mein Ziel, in der ganzen Bandbreite der Themen die Möglichkeiten einer noch intensiveren Zusammenarbeit auszuloten.“

Neben Geithner und Summers traf Brüderle am Montag auch Energieminister Steven Chu. Am Dienstag standen Beratungen mit Wirtschaftsminister Gary Locke, dem Handelsbeauftragen Ron Kirk sowie Vertretern von Internationalem Währungsfonds und US-Notenbank an.

dpa

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