Deutschlands Bauern fahren reiche Ernte ein

- Berlin -Die deutschen Bauern hatten in der jüngsten Zeit nicht allzu oft Grund zur Freude. Auch was ihre Ernte angeht. Besonders in den vergangenen zwei Jahren sorgte die Dürre für schlechte Ergebnisse. Deshalb war Helmut Born, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbands (DBV), diesmal darauf bedacht, gute Stimmung auf der "Erntepressekonferenz" zu verbreiten. "Es war ein gutes Jahr", betonte er.

<P>Die deutsche Landwirtschaft habe bislang eine "qualitativ äußerst gute Getreide- und Rapsernte eingefahren, die auch mengenmäßig überzeugt." Man gehe von 48 Millionen Tonnen Getreide aus, etwa 7 Tonnen je Hektar. Damit liege man zwar unter den Spitzen-Ergebnissen von 2001, aber nach dem Dürre-Einbruch der vergangenen Jahre um etwa neun Prozent über dem Fünfjahresdurchschnitt.</P><P>Linderung bedeuten diese Zahlen -zusammen mit den voraussichtlich guten Ernten in den wichtigen europäischen Produktionsgebieten Frankreich sowie Osteuropa -für den Weltmarkt. Denn weltweit beträgt die Getreide- und Ölsaatenproduktion nur mehr ein Drittel des stetig steigenden Verbrauchs. Deshalb musste man sich in den vergangenen Jahren aus den Lagern bedienen. Am Beginn dieses Wirtschaftsjahres seien die weltweiten Lagerbestände "auf ein historisches Tief gefallen", so Born. Allerdings sei auch jetzt eine rasche Entspannung der Situation wegen des starken Verbrauchszuwaches vor allem in Asien nicht zu erwarten. Die europäischen Preise sind laut Born zur Ernte unter Druck geraten. "Insbesondere in den Regionen, in denen keine größere Nachfrage aus der Tierhaltung nach Futtergetreide besteht."</P><P>Deshalb empfiehlt der DBV Bauern, die es sich leisten können, die Ernte so lange einzulagern, bis sich die gegenwärtige Preisdelle wieder geglättet hat. "Auch bei Obst und Gemüse können sich die Verbraucher gegenwärtig über ein reichliches Angebot freuen - eniger unsere Erzeuger, weil zeitweise keine kostendeckenden Preise erzielt werden konnten", sagte Born. Er berichtete, dass vier Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe im laufenden Jahr dichtmachen mussten. Das von Verbraucherministerin Renate Künast prognostizierte Gewinn-Minus von acht Prozent werde sich wohl bestätigen.</P>

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