Deutschlands Dividenden-Könige

- München - 10,5 Milliarden Euro warten darauf abgeholt zu werden. So viel Geld zahlen Deutschlands größte 30 Aktiengesellschaften heuer als Gewinnbeteiligung aus. Wer es richtig anpackt, schaufelt sich ein besonders großes Stück vom Dividenden-Haufen aufs Konto - und kann dabei auch eine langfristig sinnvolle Investition tätigen, ergibt eine Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW).

<P>Daimler-Chrysler ist der Dividendenkönig im Deutschen Aktienindex. Der Automobilkonzern will über 1,5 Milliarden Euro an seine Aktionäre ausschütten. Die zweitgrößte Gewinnbeteiligung bietet Eon mit rund 1,35 Milliarden, auf Platz drei steht Siemens mit knapp einer Milliarde Euro.<BR><BR>13 von 30 Dax-Firmen wollen ihre Dividende heuer erhöhen. HypoVereinsbank, Infineon, Lufthansa, Deutsche Telekom und Commerzbank zahlen nichts, wie das "Manager Magazin" berichtet. Insgesamt können sich die Dax-Anleger über eine sechs Prozent höhere Ausschüttungssumme freuen als im Vorjahr. Die Spitzendividenden des Jahres 2001, als die Unternehmen 16 Milliarden Euro an die Aktionäre verteilten, sind allerdings fern.<BR><BR>Auch gemessen am aktuellen Kursniveau bietet Daimler-Chrysler den Aktionären am meisten. Wer eine Daimler-Aktie zum Preis von 36,30 Euro kauft, kann mit einer Dividende von 1,50 Euro rechnen - das entspricht einer Rendite von über 4,1 Prozent. Auf ein ähnlich hohes Niveau kommen Tui und Bayer.<BR><BR>Für die Dax-Unternehmen ergibt sich eine durchschnittliche Dividendenrendite von 2,1 Prozent. Im europäischen Vergleich ist das mager. Im Euro Stoxx 50 beträgt der Wert 2,9 Prozent. Allein die drei Erstplatzierten - die Ölkonzerne Royal Dutch, Total und Eni - schütten etwa so viel aus wie alle 30 Dax-Unternehmen zusammen. </P><P>"Diese Branche haben wir nicht im Dax. Aber auch Versorger oder Finanzwerte haben in anderen Ländern höhere Dividendenrenditen als entsprechende Unternehmen in Deutschland", erklärt LBBW-Experte Frank Schallenberger. Beim italienischen Versorger ENEL liegt die Dividendenrendite bei fast sechs Prozent, bei der niederländischen Bank ABN Amro über fünf. "Die Dividendenkultur ist in diesen Ländern vielleicht ausgeprägter.</P><P> Teilweise spiegeln die Renditen auch spezifische Probleme einzelner Unternehmen in Deutschland wider", erläutert Schallenberger.<BR><BR>"Bei einem Investment in dividendenstarke Aktien erwirbt der Anleger eine gewisse Absicherung gegen Einbrüche am Aktienmarkt. Trotzdem winken in Aufschwungphasen ähnlich hohe Kursgewinne wie bei risikoreicheren Titeln, die wenig oder keine Dividende ausschütten", heißt es in der LBBW-Studie. Dennoch sollten sich Anleger nicht allein an der Dividende orientieren.</P><P> In der Vergangenheit gezahlte Beträge sind keine Garantie für künftige Ausschüttungen. Die Bank hat deshalb in einer Dax-Rangliste die Rendite mit weiteren Faktoren verknüpft, die die Zuverlässigkeit bei der Dividendenzahlung darstellen sollen. Auf Platz eins steht hier Eon (4,0%) gefolgt von RWE (3,9 %) und Schering (2,6 %).<BR></P>

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