Deutschlands gehortete Millionen

- München - Der Bundesbank fehlen 2,4 Milliarden Münzen. So viele Ein-, Zwei- und Fünf-Cent-Stücke lässt das Bundesfinanzministerium auf Drängen der Bundesbank nachprägen, weil Deutschlands Verbraucher die kleinen Münzen aufbewahren, anstatt sie auszugeben. Kleingeld im Wert von 50 Millionen Euro wird nun produziert, um Engpässe beim Wechselgeld zu vermeiden.

<P>"Schafkopfkassen oder Kegelkassen" gehören zu den Löchern, in denen die kleinen Münzen aus dem Geldkreislauf versickern, vermutet Franz Benedikt von der Deutschen Bundesbank in München. Noch immer werde mancher Restbestand aus D-Mark-Zeiten entdeckt und die alte Kasse mit Euro frisch bestückt _ teilweise auch mit den kleinsten Münzen. Stärker dürfte der Bequemlichkeits-Effekt ins Gewicht fallen. "Wegen des geringen Wertes sehen viele Menschen die Notwendigkeit nicht, das Kleingeld gleich wieder auszugeben. Deshalb lassen sie es zu Hause liegen und zahlen mit größeren Münzen", erklärt Benedikt. So horten die Bundesbürger Millionenbeträge.</P><P>Seit April 2003 läuft die Nachproduktion in den deutschen Prägestätten München, Stuttgart, Karlsruhe, Berlin und Hamburg. "Jetzt ist das Problem virulent geworden", sagt der Bundesbanker. Man verzeichne eine unerwartet hohe Nachfrage nach den Cent-Stücken aus allen Teilen der Wirtschaft. Nur stockt der Nachschub nach Angaben der Bundesbank wegen der schwierigen Lage auf dem Stahlmarkt. Die roten Einerl, Zweierl und Fünferl bestehen aus kupferbeschichtetem Stahl.</P><P>Die Verbraucher werden wohl trotzdem immer passend ihr Wechselgeld erhalten. "Es könnte zwar zu Kürzungen der Zuteilungen kommen, aber das betrifft dann Banken oder Einzelhändler. Und die bestellen in der Regel üppig", sagt Benedikt. Trotzdem hofft der Münchner Bundesbanker auf Unterstützung der Verbraucher: "Wir bitten alle darum, die Bestände an Kleinmünzen zu nutzen und betragsgenau zu bezahlen." So würden die Cent-Stücke wieder in den Geldkreislauf eingeführt und die Lage entspannt. An den Einzelhandel werde appelliert, auch Kleingeld in größerem Umfang an der Kasse zu akzeptieren.</P>

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