Deutschlands größter Einkaufskorb

München - Die Teuerung in Deutschland war diesen Monat so groß wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Preise sind gegenüber dem September 2006 im Schnitt um 2,5 Prozent gestiegen, hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Diese Zahl beruht auf der Auswertung von fast 40 000 Preisen. Ein Blick in Deutschlands größten Einkaufskorb.

Jeden Monat schwärmen 500 Menschen im Auftrag des Statistischen Bundesamtes aus, um nach Preisen zu fragen. 188 Orte in Deutschland - darunter München - hat die Zahlen-Behörde als "Berichtsgemeinden" festgelegt, an denen ihre "Preiserheber" ausgewählte Geschäfte aufsuchen. Dort erkunden sie, was die Markenbutter kostet oder auch die No-Name-Schokolade, sie fragen nach beim Stromversorger und beim Arzt. Fast 40 000 Produkte und Dienstleistungen in 750 Kategorien bilden den Warenkorb, der den Statistikern zufolge repräsentativ für Deutschlands Verbraucher ist.

"Da die privaten Haushalte zum Beispiel einen großen Anteil ihrer Ausgaben für Wohnungsmieten aufwenden, muss die Entwicklung der Mietpreise mit einem hohen Gewicht in den Gesamtindex eingehen", heißt es beim Statistischen Bundesamt. Wohnung, Wasser, Strom und Gas bestimmen die Teuerungsrate so zu fast einem Drittel. Bekleidung und Schuhe zum Beispiel machen nur ein Zwanzigstel aus. Ihr Anteil am gesamten Konsum in Deutschland ist vergleichsweise gering.

Im September waren Heizöl und Kraftstoffe die größten Preistreiber. Das gilt auch auf Sicht der vergangenen zehn Jahre, wie Beispiele aus dem Warenkorb zeigen. Dort stehen Öl, Benzin, Strom und Gas weit oben in der Liste. Während zuletzt manche Nahrungsmittel deutlich teurer wurden, liegt das Preisniveau hier langfristig niedrig. Für Eier muss heute nur 5,6 Prozent mehr bezahlt werden als vor zehn Jahren. Die allgemeine Preissteigerung lag in diesem Zeitraum bei 15,4 Prozent. Und manches Produkt bekommt man heute sogar für weniger Geld - etwa Butter, Waschmittel oder Telefone, deren Preis sich etwa halbiert hat.

Die allgemeine Teuerung ist heuer in Deutschland auch durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer verstärkt worden. Und das schlägt sich auf den Einzelhandel nieder. Der Hauptverband des deutschen Einzelhandels beklagt "anhaltende Bremsspuren" in seinem Geschäft wegen der Mehrwertsteuererhöhung. Zwar hofft er heuer auf ein kleines Plus beim Umsatz, doch zuletzt zeigten sich die Kunden zurückhaltend. Im August setzte die Branche 2,2 Prozent weniger um als im Vorjahr. Auch diese Zahl hat das Statistische Bundesamt ermittelt.

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