Deutschlands Titel als Exportweltmeister in Gefahr

Berlin - Deutschland muss um seinen prestigeträchtigen Titel als Exportweltmeister bangen. China ist den Deutschen bereits dicht auf den Fersen und könnte in diesem Jahr erstmals knapp an der Bundesrepublik vorbeiziehen.

“Es ist fraglich, ob wir den Titel dieses Jahr noch halten können“, sagte der Chefvolkswirt des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, der Nachrichtenagentur DAPD in Berlin. 2008 hatte Deutschland den Titel mit Ausfuhren von knapp einer Billion Euro noch behauptet.

Im kommenden Jahr sei trotz leichter Erholung der deutschen Wirtschaft die “Exportweltmeisterschaft“ quasi schon verloren, meinte Treier. “2010 wird der Titel wohl endgültig Geschichte sein, weil uns die Chinesen einfach durch ihre schiere Größe den Rang ablaufen werden.“ Das sei aber kein Grund zur Klage. “Denn wenn die Chinesen weiter wachsen, treibt das die Weltkonjunktur. Das ist auch für das Exportland Deutschland gut.“

Von Januar bis August lagen die deutschen Exporte bei 522,1 Milliarden Euro, 22,3 Prozent weniger als die 672,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) rechnet damit, dass die Bundesrepublik frühestens im Jahr 2012 wieder das Export-Niveau von 2008 erreichen wird. Für das Gesamtjahr 2009 prognostizierte der BGA Ende Oktober einen deutlichen Rückgang der Exporte um nominal 18 Prozent auf 816 Milliarden Euro.

Bei den Importen erwartet der BGA einen Rückgang um 15 Prozent für das Gesamtjahr auf 696 Milliarden Euro. Im Jahr 2010 können die deutschen Ausfuhren nach Einschätzung des BGA im Zuge der weltwirtschaftlichen Erholung dann wieder um bis zu zehn Prozent ansteigen und einen Betrag von 898 Milliarden Euro erreichen, fast genau die Größenordnung des Jahres 2006. Die Einfuhren werden 2010 demnach um sieben Prozent auf 745 Milliarden Euro ansteigen können.

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