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Neue Studie

DGB: Bayerns Rentner werden ärmer

München - Bayerns Gewerkschaften erwarten eine Zunahme der Altersarmut im Freistaat. Eine DGB-Studie zeigt, dass die Renten für Viele kaum zum Leben reichen. Frauen bekommen besonders wenig.

Viele der 2,7 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Bayern klagen über niedrige Renten, oft reiche das Geld nur für das Nötigste. Sie klagen zurecht, sagt jetzt der DGB Bayern. Die Regionalgruppe des Deutschen Gewerkschaftsbundes hat eine Studie veröffentlicht, die belegt, was ältere Menschen längst ahnten: Es wird nicht besser. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass wir in Bayern in ein massives Rentenproblem geraten, wenn der Gesetzgeber nicht zügig und konsequent gegensteuert“, warnte gestern Matthias Jena, Chef des DGB Bayern, bei der Vorstellung des aktuellen Rentenreports.

Demnach bekam ein Neurentner im Jahr 2013 in Bayern im Schnitt 949 Euro aus der Rentenkasse auf sein Konto überwiesen – Frauen bekamen gerade einmal etwas mehr als die Hälfte. Ihre Rente lag im Schnitt bei 529 Euro im Monat. Der Grund: Sie haben vor ihrer Rente oft Teilzeit oder in Minijobs gearbeitet, ihre Rentenansprüche sind dadurch geringer.

Damit steigt das Armutsrisiko besonders für Frauen: Im Jahr 2013 erhielten rund 80 Prozent der Rentnerinnen im Freistaat weniger als 973 Euro Rente im Monat. Bei den Männern waren es 40 Prozent. 973 Euro bilden im Freistaat die statistische Schwelle, ab der Menschen von Armut bedroht sind. Wer neben seiner Rente mit kleinen Jobs nichts dazu verdient oder privat vorgesorgt hat, ist auf Sozialhilfe angewiesen. 17 Prozent der über 65-Jährigen sind nach Gewerkschaftsangaben von Armut bedroht. 114 000 Menschen benötigten eine Grundsicherung im Alter – ein Anstieg von 33 Prozent innerhalb von sechs Jahren. Besonders in den strukturschwachen Regionen Bayerns haben Neurentner 2013 im Schnitt weniger Rente bekommen als im Industriegürtel zwischen Augsburg, München und Nürnberg sowie in Unterfranken (siehe Grafik). In den Großstädten schlagen eine vergleichsweise hohe Arbeitslosigkeit und die hohe Anzahl an Geringverdienern auf niedrigere Renten durch. Während Neurentner im Jahr 2013 im Landkreis Aschaffenburg 1148 Euro bekamen, waren es in Landshut gerade einmal 602 Euro. Ein anderes Bild bei den Frauen: Münchnerinnen bekamen 2013 im Schnitt etwa 685 Euro, Rentnerinnen im Landkreis Regen 384 Euro.

Auffallend ist: Besonders in den Regionen mit einer boomenden Industrie unterscheidet sich die Höhe der Rentenbezüge zwischen Frauen und Männern eklatant. Dies liege an der überwiegend männlichen Arbeiterschaft in der Industrie, heißt es von Seiten des DGB. Industriearbeiter in den großen Konzernen profitierten bei ihren Rentenansprüchen von hohen Tarifabschlüssen.

Trotzdem malt der DGB ein düsteres Bild der Zukunft: „Wir erleben, dass das Rentenniveau immer weiter abgesenkt wird“, kritisiert Jena. Künftig werde es kaum mehr möglich sein, den eigenen Lebensstandard nach dem Renteneintritt auch nur annähernd aufrecht zu erhalten. Der Gewerkschaftsbund hat ausgerechnet, dass ein Durchschnittsrentner in Bayern, der im Jahr 2030 in Rente geht, im Monat 177 Euro weniger bekommen wird als ein Rentner heute. „Wenn die Politik nicht gegensteuert, werden die heute jungen Menschen erheblich länger arbeiten müssen und dennoch erheblich geringere Rentenansprüche erwerben“, sagte Jena. Er bekräftigte die Forderung des DGB, den Beitragssatz bis 2030 schrittweise auf 22 Prozent anzuheben.

Sebastian Hölzle

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