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DGB-Chef Reiner Hoffmann hat kein Verständnis für die Strategie der GDL.

"Kein Verständnis"

DGB-Chef attackiert Lokführergewerkschaft GDL

Berlin - Dass die Bahn mit dem Verhalten der Lokführergewerkschaft im Tarifstreit unzufrieden ist, überrascht nicht. Nun muss diese sich aber sogar vom Gewerkschaftsbund Kritik gefallen lassen.

Im Tarifkonflikt mit der Bahn muss die Lokführergewerkschaft GDL weiter heftige Kritik einstecken. Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Reiner Hoffmann, äußerte sich im Deutschlandfunk verständnislos.

"Ich habe kein Verständnis, dass die Verhandlungen abgebrochen wurden letzte Woche, dass man jetzt wieder in den Streik getreten ist", sagte der DGB-Vorsitzende. Das sei nicht sehr solidarisch.

Es mache grundsätzlich keinen Sinn, dass einzelne Berufsgruppen versuchten, Einzelinteressen zulasten der Gesamtbelegschaften durchzusetzen. Wenn sich die Gewerkschaften darauf verständigen könnten, gemeinsam ihre Ziele zu verfolgen, hätten alle Beschäftigten gewonnen. Der neuerliche Streik der Lokführer hatte vergangene Woche Millionen Bahnreisende betroffen.

Auch die Deutsche Bahn rief die GDL dazu auf, ihre ablehnende Haltung zu einer Schlichtung zu überdenken. "Wir müssen mit der GDL zurück an den Verhandlungstisch und eine objektive Bestandsaufnahme machen. Deswegen sind wir auch weiter offen für eine Schlichtung", sagte der Personalvorstand des Unternehmens, Ulrich Weber, der "Bild"-Zeitung (Samstag).

Den Knackpunkt in den Tarifverhandlungen sieht die GDL bei der Einstufung der Lokrangierführer im Tarifgefüge der Bahn. GDL-Chef Claus Weselsky kritisierte, dass nach 16 Verhandlungsrunden noch immer Ergebnisse in zentralen Fragen fehlten. Als Beispiel nannte er eine Begrenzung der Überstunden. Die GDL verlangt außerdem fünf Prozent mehr Geld und eine Stunde weniger Arbeitszeit pro Woche.

Ein Schlichtungsverfahren lehnt die GDL bislang ab. Die Bahn verlange von der Gewerkschaft eine Kompromissfähigkeit, zu der sie selbst nicht in der Lage sei, sagte Weselsky zuletzt zur Begründung.

DGB-Chef Hoffmann räumte ein, dass es auch innerhalb der Gewerkschaften unterschiedliche Auffassungen darüber gebe, inwieweit das von der Bundesregierung geplante Gesetz zur Tarifeinheit zu Eingriffen ins Streikrecht führen könnte. Das Gesetz sieht vor, dass pro Betrieb nur noch eine Gewerkschaft den maßgeblichen Tarifvertrag abschließen kann. Nicht nur die GDL, auch die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat dagegen bereits Verfassungsbeschwerde angedroht.

dpa

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