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Nachbarschaftshilfe unter Scheichs: Das Golfemirat Abu Dhabi greift Dubai mit 10 Milliarden US-Dollar unter die Arme.

Abu Dhabi pumpt Pleite-Emirat Dubai 10 Milliarden Dollar

Dubai - Das Golfemirat Abu Dhabi greift seinem von hohen Schulden geplagten Nachbarn Dubai mit 10 Milliarden US-Dollar (rund 6,84 Mrd. Euro) unter die Arme.

Das Geld werde benutzt, um “einige der demnächst fälligen Verpflichtungen von Dubai World zu erfüllen“, teilte die Regierung von Dubai am Montag mit. Zuerst soll die an diesem Montag fällige islamische Anleihe (“Sukuk“) der Immobilientochter Nakheel in Höhe von 4,1 Milliarden Dollar bedient werden.

Dubai World hatte seine Investoren am 25. November um einen sechsmonatigen Aufschub für die Rückzahlung seiner Kredite gebeten. Ein Teil der Investoren hat dies jedoch abgelehnt. Dubai World steht bei heimischen and internationalen Gläubigern mit insgesamt rund 60 Milliarden Dollar in der Kreide.

Anleger in Dubai reagieren begeistert

Die Anleger in Dubai reagierten begeistert auf die großzügige Geste des Nachbarn, der gleichzeitig auch noch “Unterstützung“ für die lokalen Banken in den Emiraten versprach. Der Börsenindex kletterte in Dubai am Vormittag um mehr als zehn Prozent. In Abu Dhabi stiegen die Kurse um fast acht Prozent.

Wie es mit der Rückzahlung der zahlreichen Kredite von Dubai World in den nächsten Monaten vorangehen wird, ist aber noch nicht ganz klar. Die Regierung des Emirats erklärte am Montag, nach der Rückzahlung der Anleihe der Firma Nakheel, die mit der künstlichen Palmeninsel bekanntgeworden war, wolle man das restliche Geld aus Abu Dhabi bis Ende April 2010 für die Zahlung von Zinsen und für das operative Geschäft verwenden. Dies allerdings nur unter der Bedingung, dass Dubai World die Geldgeber dazu bewegen kann, länger als ursprünglich vereinbart auf die Rückzahlung der Kredite zu warten. Gleichzeitig kündigte die Regierung die Gründung eines “Justiz-Komitees“ an, das sich mit den Forderungen der Gläubiger befassen solle. Welche konkreten Befugnisse dieses Komitee haben wird, blieb jedoch unklar.

dpa

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