+
Eine Frau nimmt ein Schaumkuss-Ei aus der Verpackung von Dickmann's Dicke Eier.

"Idee von vorne bis hinten geklaut"

Bizarrer Rechtsstreit um Schokokuss-Eier

Düsseldorf - Die altbekannten Schokoküsse gibt es seit Kurzem auch in eierförmigem Format. Prompt ist ein bizarrer Rechtsstreit um das neue Design entbrannt. Selbst die Richter änderten ihre Meinung.

Dickmann's „Dicke Eier“ werden dank ihrer gedrungenen Form und einer leichten Rille wohl nicht als Plagiat verboten. Das gab das Düsseldorfer Landgericht am Dienstag in einer vorläufigen Bewertung bekannt. Mit der etwas dickeren Ei-Form weiche die Storck KG („Dickmann's“) mit ihren neuen Schokoküssen von der schlankeren Form ab, die sich eine Werbeagentur in Münster 2008 hatte schützen lassen, bevor sie die Idee der eiförmigen Schaumküsse bei Storck vorstellte.

Die Eiform sei durchaus schutzwürdig, befand das Gericht und widersprach damit den Storck-Anwälten, die argumentiert hatten, das Ei-Design sei als natürliche Form nicht schützbar. Dennoch habe Storck mit seinen „Dicken Eiern“ wegen deren gedrungener Form den Markenschutz der Werbeagentur wohl nicht verletzt. (Az.: 14c O171/12)

"Die Idee ist von vorne bis hinten geklaut und gekupfert"

Angesichts der realen eiförmigen Schokoküsse, die auf der Richterbank aufgereiht wurden, kamen den drei Berufsrichterinnen der Zivilkammer allerdings Bedenken. Die Unterschiede seien noch geringer als auf den Fotografien, die bislang zum Vergleich herangezogen wurden, räumte die Vorsitzende Richterin Johanna Hofmann-Brückner ein.

Der Versuch eines juristischen Vergleichs scheiterte aber: Dem Münsteraner Schöpfer des eiförmigen Schokokusses wenigstens eine geringe Lizenzgebühr zu zahlen, lehnten die Storck-Anwälte kategorisch ab.

Werbeagentur-Inhaber Rudi Linke zeigte sich enttäuscht: „Die Idee ist von vorne bis hinten geklaut und gekupfert. Diese Ungerechtigkeit bleibt.“ Ein halbes Jahr lang habe ein Süßwaren-Hersteller getüftelt, bis die Eiform technisch perfekt für den Produktionsprozess umgesetzt war. Entsprechend groß sei das Entsetzen gewesen, als Storck plötzlich auf eigene Faust mit eiförmigen Schokoküssen in den Läden aufgetaucht sei. Die Entscheidung des Gerichts soll am 27. Juni verkündet werden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Telekom-Chef: „Kunden sollen nicht mehr ganzen Tag auf Techniker warten“
Wer hat noch nie stunden- und tagelang auf einen Telekom-Techniker gewartet? Der Konzern wird den Service jetzt deutlich verbessern - verspricht Boss Timotheus Höttges.
Telekom-Chef: „Kunden sollen nicht mehr ganzen Tag auf Techniker warten“
Neues Bezahlgefühl: Italien schafft diese Münzen ab
Im Italien-Urlaub müssen sich Deutsche künftig umstellen. Denn das Land wird sehr bald zwei Münzen aus dem Zahlungsverkehr nehmen.
Neues Bezahlgefühl: Italien schafft diese Münzen ab
Deutsche Autobauer fluten nicht amerikanischen Markt
Dem US-Präsidenten fahren in seiner Heimat zu viele deutsche Autos herum - während amerikanische Konzerne in der Bundesrepublik zu wenig vertreten seien. Eine …
Deutsche Autobauer fluten nicht amerikanischen Markt
Für 240 Millionen Dollar: US-Unternehmen kauft Skihersteller Völkl
Der niederbayerische Sportartikelhersteller Völkl wechselt erneut den Eigentümer. Zukünftig wird das Unternehmen zu einem anderen US-Konzern gehören. 
Für 240 Millionen Dollar: US-Unternehmen kauft Skihersteller Völkl

Kommentare