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Diebstähle verursachen im Einzelhandel 3,3 Milliarden Euro Schaden

Köln - Diebstähle haben im deutschen Einzelhandel im vergangenen Jahr einen Schaden von fast 3,3 Milliarden Euro verursacht. Knapp zwei Drittel davon (1,9 Mrd Euro) war auf Ladendiebstähle durch Kunden zurückzuführen, rund 1 Milliarde entfiel auf unehrliche Mitarbeiter.

Weitere Waren im Wert von etwa 350 Millionen Euro wurden von Lieferanten oder auswärtigen Servicekräften gestohlen, teilte das EHI Retail Institute am Dienstag in Köln mit. Einschließlich Fehlbuchungen und anderer Mängel im Ablauf beliefen sich die Inventurdifferenzen auf insgesamt 4 Milliarden Euro. Das Handels-Forschungsinstitut EHI hatte 122 Unternehmen mit mehr als 12000 Filialen und 47 Milliarden Euro Gesamtumsatz befragt.

"Der organisierte Ladendiebstahl wird von den Unternehmen als größtes Problem betrachtet", sagte Frank Horst vom EHI. "Teilweise räumen Banden ganze Regale mit Kosmetika oder Rasierklingen aus." Vielfach sei zu beobachten, dass die Gewaltbereitschaft steige und die Täter immer dreister würden. "Hat man früher die Ware in Taschen oder unter Jacken versteckt, kommt es heute vor, dass die Diebe die Sachen ganz offen an sich nehmen und einfach wegrennen." Dies werde besonders dann beobachtet, wenn sich nur sehr wenig Personal im Laden befinde.

Obwohl die Polizeiliche Kriminalstatistik 2007 einen Rückgang der einfachen Ladendiebstähle um 6,6 Prozent auf 400183 registrierte, erwarten die Händler der EHI-Umfrage zufolge keine Verbesserung der Lage. 2006 bewegten sich die Zahlen auf ähnlichem Niveau. Verlängerte Öffnungszeiten mit einer geringen Personalbesetzung und weniger Detektivpräsenz begünstigten einen Anstieg der Dunkelziffer. Nach Schätzungen würden jedes Jahr 30 Millionen Ladendiebstähle mit einem durchschnittlichen Warenwert von jeweils 60 Euro nicht bemerkt.

Effektivste Gegenmaßnahmen seien Kameras und Detektive. Problem dabei seien aber die Kosten, sagte Horst. "Um Kameradaten auszuwerten, braucht man Personal." Eine ständige Überwachung gebe es deshalb kaum. Ladendetektive brächten durch aufgeklärte Fälle im Durchschnitt 20 Prozent ihrer Kosten wieder herein. Andererseits: Wo Detektive auch nur zeitweise im Einsatz sind, seien 71 Prozent der entdeckten Kundendiebstähle auf ihre Arbeit zurückzuführen. Insgesamt gebe der Handel für Präventionsmaßnahmen jährlich rund eine Milliarde Euro aus.

Bei den eigenen Mitarbeitern würden Detektive und versteckte Kameras normalerweise nur eingesetzt, wenn ein konkreter Tatverdacht bestehe, sagte Horst. "Das ist meistens das letzte Mittel." Statistisch gesehen wird jährlich nach EHI-Angaben jeder 100. Mitarbeiter des Diebstahls oder der Kassen-Manipulation überführt und habe dabei einen Schaden von etwa 1000 Euro angerichtet. dpa pa yynwk z2 cd

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