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Dienstleister: Jobmotor auch in der Krise

München - Auf einer soliden Basis sieht Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) die Dienstleistungsbranche im Freistaat stehen. Er betrachtet sie gar als Konjunkturstütze in den anstehenden turbulenten Zeiten der Wirtschaftskrise.

Zuversichtlich stimmte ihn dabei eine Studie des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages (BIHK), die gestern in München vorgestellt wurde.

Derzufolge ist die Dienstleistungsbranche "der wichtigste Arbeitgeber in Bayern", sagte BIHK-Hauptgeschäftsführer Peter Driessen. Während in der Industrie zwischen 1999 und 2006 deutlich Personal abgebaut worden sei, wuchs die Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungssektor im gleichen Zeitraum um 8,3 Prozent. Rechnet man die Selbstständigen hinzu, verdienen hier rund 4,4 Millionen Menschen ihren Lebensunterhalt - "das sind zwei Drittel aller Erwerbstätigen", betonte Driessen. Unterm Strich erwirtschafteten die 440 000 Unternehmen der Branche im Jahr 2006 Umsätze in Höhe von 487 Milliarden Euro.

Im bundesweiten Vergleich eine "beeindruckende Entwicklung", sagte Johannes Glückler, einer der Studienleiter von der Katholischen Universität Ingolstadt-Eichstätt. Von den zwischen 1999 und 2006 insgesamt rund 400 000 neu geschaffenen Arbeitsstellen im Dienstleistungsbereich würden rund 200 000 allein auf Bayern entfallen.

Das soll sich auch in naher Zukunft nicht ändern - zumindest nicht dramatisch. Es werde zwar zu Arbeitsplatzverlusten kommen, vor allem im Bereich der haushaltsnahen Dienstleistungen (dazu zählen unter anderem Handel, Gastgewerbe, Logistik, Finanz- und Versicherungsgewerbe und das Gesundheitswesen), sagte Driessen.

"Aber ich sehe das nicht so pessimistisch." Schließlich habe die Studie gezeigt, dass sich die Branche von einer Wirtschaftskrise wie in den Jahren 2002 und 2003 schnell erholt, fügte Studienleiter Glückler hinzu. Und Bayerns Wirtschaftsminister Zeil merkte an, dass es in Krisenzeiten immer Licht und Schatten gebe und gerade beratende Dienstleistungsunternehmen könnten in unsicheren Zeiten wie diesen durchaus profitieren.

Diese Dienstleistergruppe, der unter anderem Finanz-, Steuer- und Unternehmensberater angehören, stellte der Studie zufolge im Jahr 2006 knapp acht Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Die größte Gruppe ist mit knapp 54 Prozent aber die der haushaltsnahen Dienstleister. Die größten Umsatzträger seien dabei der Großhandel, der Facheinzelhandel und der Kraftwagenhandel, sagte Driessen. Und gerade auf letzteren dürften dem BIHK-Chef zufolge dieses Jahr Probleme zukommen.

Nachholbedarf gibt es der Studie zufolge bei der Internationalisierung der Dienstleister: Bisher seien lediglich 29 Prozent der Unternehmen in einem nennenswerten Maß auf internationalen Märkten aktiv, sagte Driessen. Dagegen werde beispielsweise in der Industrie bereits jeder zweite Euro im Ausland erwirtschaftet.

Stefanie Backs

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