+
Media Markt und Saturn mischen gemeinsam die Elektrobranche auf.

Das sagt der Chef

Diese bekannte Elektro-Kette verschwindet in Rest-Europa - und bald auch in Deutschland?

Media Markt und Saturn kennt in Deutschland jedes Kind. Doch einer der beiden Eletronikriesen könnte bald Geschichte sein.

Ingolstadt - 1961 wurde auf gerade einmal 120 Quadratmetern in Köln die Saturn Elektro-Handels GmbH & Co. KG gegründet. Spezialisiert damals auf heimische Lautsprecher-Anlagen und die dazugehörigen Schallplatten. Schnell erzielte die anfangs kleine Firma erste Erfolge und konnte etwa das größte Hi-Fi-Studio der Welt oder die größte Plattensammlung vorweisen. Expansion war die Richtung des Unternehmens. Der wohl einschneidenste Schritt der Firmengeschichte war die Übernahme durch den erst 18 Jahre später gegründeten Konkurrenten Media Markt. 

Seit 1990 gemeinsame Marktführerschaft

Denn seit 1990 mischen Saturn und Media Markt gemeinsam die Elektrobranche auf. Mit Erfolg. So eröffneten beide zahlreiche Filialen im Ausland, gewannen Preise für prägnante Marketing-Kampagnen und machten Rekord-Umsätze. Die Produktauswahl der beiden Ketten war fast identisch - die Strategie und die Anordnung der Produkte auch. 

Und genau das scheint nun das Problem der Saturn-Märkte zu werden: Der Identitätsverlust gegenüber Media Markt. „Verbraucher bringen die beiden Marken regelmäßig durcheinander,“ sagte der Marken-Experte und Gründer der Nürnberger Markenberatung Brandtrust Klaus-Dieter Koch.

Video: So funktioniert der größte Elektromarkt der Welt - Hamburger Saturn

Ende der Zwei-Marken-Strategie?

Wenngleich sich die Media-Saturn Holding trotz ihrer 22 Milliarden Euro Jahresumsatz in Resteuropa bereits von der Zwei-Marken-Strategie verabschieden will, hält man in Deutschland an der gewohnten Marsch-Route fest. Während in Polen alle zwölf Saturn-Märke in Media Märkte umgewandelt wurden, äußerte sich auf Anfrage der Tech-Websitechip.de die Pressestelle der Media-Saturn Holding klar zu dem Thema: „Das steht nicht im Raum. Saturn wird es auch weiterhin in Deutschland geben. Wir halten an unserer Zwei-Marken-Strategie fest.“

Das Branchen-Magazin „W&V“  prophezeite für Saturn eine düstere Zukunft. Es stehe schlecht um den Konzern und die die Betriebsamkeit der vergangenen Monate sei nichts anderes als Ausdruck der Verzweiflung, das letzte Aufbäumen einer Marke, die den Verantwortlichen unter den Händen wegsterbe.

Berichterstattung nicht nachvollziehber

Eine Media-Markt-Saturn-Pressesprecherin äußerte sich dazu gegenüber chip.de: "Die Berichterstattung der 'W&V' können wir nicht nachvollziehen. Saturn ist eine sehr bekannte und erfolgreiche Marke in Deutschland und als profitables Unternehmen eine wichtige Säule in der Zweimarkenstrategie von MediaMarktSaturn.“

Wie lange das noch bleiben wird, ist fraglich. So wurde zwar im Mai erst ein neuer Saturn-Flagship-Store in Köln eröffnet und in diesen ein zweistelliger Millionenbetrag investiert. Aber auch in der Vergangenheit wurden Saturn-Märkte in Frankreich, Ungarn, Italien, der Türkei oder den Niederlanden in Media-Märkte umgewandelt oder gleich ganz geschlossen.

mgo

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Türkei verhängt Sanktionen gegen Produkte aus den USA
Wie du mir, so ich dir: Die Türkei reagiert auf weitere Sanktionen der USA mit Strafzöllen, unter anderem auf die Einfuhr von Autos und Alkohol. Der Konflikt mit …
Türkei verhängt Sanktionen gegen Produkte aus den USA
Umsatzsteuerkartell aufgeflogen - Betrug im größten Stil
Jahrelang wurde ermittelt. Nun wird ein Riesenerfolg im Kampf gegen Steuerhinterziehung vermeldet. Die Betrüger hatten es auf einen begehrten Rohstoff abgesehen. Der …
Umsatzsteuerkartell aufgeflogen - Betrug im größten Stil
Achtung, Krebsrisiko: Pharmahersteller ruft Blutdrucksenker zurück
Wegen einer Verunreinigung mit einem möglicherweise krebserregenden Stoff ruft der Münchner Pharmahersteller Aurobindo einen Blutdrucksenker zurück.
Achtung, Krebsrisiko: Pharmahersteller ruft Blutdrucksenker zurück
Schlimme Schikane-Vorwürfe gegen Aldi: Jetzt reagiert der Discounter
Das riecht nach Ärger: Mitarbeiter erheben im „Spiegel“ schwere Vorwürfe gegen Aldi. Jetzt hat der Discounter eine Stellungnahme dazu abgegeben.
Schlimme Schikane-Vorwürfe gegen Aldi: Jetzt reagiert der Discounter

Kommentare