Schlechtester Wert seit 20 Jahren: Umfrage-Schock für die CSU

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Gefährliche Ware kommt in vielen Fällen aus China.

Zu gefährlich

Diese Produkte wurden 2015 aus dem Verkehr gezogen

Brüssel - Schöne Verpackung - nichts dahinter. Ein neuer Bericht gibt Auskunft darüber, welche gefährlichen Produkte 2015 in Europa aus dem Verkehr gezogen wurden.

Der Rauchmelder schweigt, der Kinderwagen kracht zusammen und die Tattootinte kann Krebs auslösen: Solche Produkte haben die Behörden im vergangenen Jahr in Europa aus dem Verkehr gezogen. Und wie schon in den Jahren zuvor kommt gefährliche Ware oft aus China - in 62 Prozent aller Fälle. Das geht aus einem Bericht hervor, den die EU-Kommission am Montag in Brüssel vorstellte. Gegen die Risiko-Produkte vorzugehen, ist gar nicht so einfach.

„Ich bin nicht zufrieden“, sagt EU-Verbraucherkommissarin Vera Jourova. Zwar informieren die Europäer die chinesischen Behörden mittlerweile über jedes auffällige Produkt. Doch das löst das Problem noch nicht: „Sie sagen uns, dass sie das Produkt in einem Drittel der Fälle nicht dorthin zurückverfolgen können, wo es hergestellt wurde - also wissen sie nicht, wen sie bestrafen können“, beklagt Jourova. Im Juni will sie nach China reisen und Druck ausüben, damit sich die Lage verbessert.

„Für die Sicherheit der Verbraucher ist es nicht relevant, woher ein Produkt kommt“, betont Sylvia Maurer vom europäischen Verbraucherverband Beuc. Schließlich seien die Regeln für alle gleich. „Derzeit wird aber viel zu wenig kontrolliert, um gefährliche Produkte wirksam von den Verbrauchern fernzuhalten.“ Wichtig sei, dass die Aufsichtsbehörden finanziell und personell gut ausgestattet seien.

Gefahr lauert vor allem im Kinderzimmer

In Europa wachen nationale Behörden darüber, dass gefährliche Produkte vom Markt genommen werden. Bedenkliche Waren (Lebensmittel ausgenommen) melden sie einander über die EU-Datenbank Rapex. 2072 solcher Hinweise gab es im vergangenen Jahr, 1703 davon wegen schwerer Verstöße gegen Sicherheitsstandards.

Gefahr lauert demnach vor allem im Kinderzimmer: In 27 Prozent aller Fälle ging es um Spielzeug. Wie etwa bei der brandgefährlichen Schweinchenmaske oder der rosa Plastikeule. Letztere enthält nicht nur Weichmacher, die die Fruchtbarkeit gefährden können. Ebenso könnte sich der Quietschmechanismus lösen und zum Ersticken führen.

Doch auch für Jugendliche und Erwachsene können schlampig gearbeitete Produkte zum Risiko werden. Wegen Brandgefahr durch Überhitzung wurde ein sogenanntes Hoverboard vom Markt genommen - eine Art Skateboard mit Akkuantrieb. 80 000 Exemplare seien in der Weihnachtszeit in Großbritannien zurückgerufen worden, hieß es bei der EU-Kommission. Die Kontrolleure haben auch fehlerhafte Rauchmelder gefunden.

Kleidung, Textilien und Modeaccessoires - diese Waren lösten 17 Prozent aller Rapex-Hinweise aus, vor motorisierten Fahrzeugen (10 Prozent), Elektrogeräten (9 Prozent) und Schmuck (6 Prozent). Sorgen macht den Aufsichtsbehörden inzwischen nicht mehr in erster Linie die Gefahr von Verletzungen sondern eine oft schleichendere Schädigung durch Chemikalien.

Und immer häufiger bestellen Verbraucher im Internet. Das erschwert die Überwachung. Zwar gelten europäische Sicherheitsstandards für alle Produkte, die in Europa verkauft werden. Doch wenn Kunden Waren bei Internetseiten in Drittstaaten bestellen und nach Hause liefern lassen, können die Behörden wenig tun.

Anders sieht es mit den europäischen Ablegern großer Internet-Handelsplattformen wie Amazon aus, erklärt eine Mitarbeiterin der EU-Kommission. Jeden Freitag werden aktuelle Rapex-Hinweise an die Anbieter weitergeleitet, die gefährliche Ware aus dem Angebot nehmen.

Doch auch die gesetzlichen Vorgaben in Europa könnten noch schärfer ausfallen, meinen Kritiker. Der Verbraucherverband Beuc nennt es „unverantwortlich“, dass Gesetzesvorschläge der EU-Kommission aus dem Jahr 2013 zur schärferen Marktüberwachung wegen Widerstands einiger Staaten nicht vorankommen. Mit ihrer Hilfe könnten gefährliche Produkte schneller vom Markt genommen werden, heißt es. Auch die SPD-Europaabgeordnete Evelyne Gebhardt bedauert den Stillstand: „Die neuen Regelungen würden Verbraucher in Europa eindeutig besser vor gefährlichen Produkten schützen“, meint sie.

dpa

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