Diesel-Filter: So lassen Sie Ihr Auto richtig umrüsten

- Strafsteuer, drohende Fahrverbote und erheblich weniger Geld beim Verkauf des gebrauchten Autos: Diesel-Besitzer sollten sich Gedanken machen, einen Partikelfilter nachzurüsten. Wir erklären, wie das funktioniert.

In Deutschland sind 10 Millionen Diesel-Pkw zugelassen. Alle, die keinen Partikelfilter haben, werden ab 1. April höher besteuert. Pro 100 Kubikzentimeter Hubraum steigt die Kraftfahrzeugsteuer um 1,20 Euro. Das sind bei einem Zweiliter-Motor 24 Euro im Jahr; auf vier Jahre ist die Strafsteuer festgelegt, ergibt also im Beispiel eine Belastung von knapp 100 Euro. Mit der Strafsteuer finanzieren die Länder die Nachrüstung von Filtern. 330 Euro Steuergutschrift gibt es rückwirkend ab Jahresbeginn 2006, die Förderung läuft bis Ende 2009.

Eine Vielzahl an Nachrüstfiltern ist inzwischen auf dem Markt. Autobesitzer werden nicht nur über ihre Markenwerkstatt fündig. Welcher Filter zum Auto passt, kann man in der Werkstatt erfragen oder sich vorab informieren bei der Sachverständigenorganisation GTÜ (im Internet: http://feinstaub.gtue.de). Wer dort die Schlüsselnummern seines Autos eingibt - man findet sie in den Fahrzeugpapieren ­, erhält nicht nur die Farbe seiner Umweltplakette angezeigt, sondern auch eine Übersicht aller verfügbaren Nachrüstfilter.

Eingebaut werden kann ein Partikelfilter von jeder Werkstatt, die auch die Abgasuntersuchung vornimmt. Nach der Umrüstung erhält der Autobesitzer eine Abnahmebescheinigung, anhand dieser trägt die Zulassungsstelle die neue Partikelminderungs-Stufe in die Fahrzeugpapiere ein. Das Finanzamt stellt anschließend einen neuen Bescheid über die Kfz-Steuer aus, denn die Förderung von 330 Euro gibt es nicht bar, sondern als Steuergutschrift.

Alle angebotenen Nachrüstfilter werden einfach in die Auspuffanlage montiert, ohne Eingriffe in die Motorelektronik - die Einbauzeit beträgt rund eine halbe Stunde. Allerdings schwanken die Preise für den Filter selbst zwischen rund 500 und mehr als 1000 Euro - das hängt nicht nur von Filterhersteller, Fahrzeuggröße und -klasse ab, sondern selbst innerhalb einer Baureihe vom Bauzeitpunkt des Motors oder der Frage, ob es sich um Automatik- oder Schaltgetriebe oder gar ein Auto mit Allradantrieb handelt. Zieht man von den Einbaukosten die staatliche Förderung ab, belaufen sich die Kosten im günstigsten Fall auf 200 bis 300 Euro.

Nicht eingerechnet sind zwei Faktoren: Bei Autos, die fünf Jahre alt oder mehr als 80 000 Kilometer gelaufen sind, muss auch der Kat ausgetauscht werden. Kosten: Mehrere hundert Euro - es sei denn, der Käufer entscheidet sich für einen Nachrüstfilter mit integriertem Kat, den etwa die Firmen GAT oder Ernst anbieten. Ein anderer Punkt schlägt positiv zu Buche: der höhere Verkaufswert.

Eurotax-Schwacke rechnet vor, dass ein BMW 118d nach einem Jahr rund 1100 Euro weniger auf dem Gebrauchtwagenmarkt bringt, wenn er keinen Partikelfilter hat. Für ältere Autos dürfte der Unterschied je nach Modell und Laufleistung bei 500 bis 600 Euro liegen - damit wäre die Nachrüstung spätestens beim Verkauf des Autos in den schwarzen Zahlen.

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