+
Der VW-Konzern hat weiter schwer mit den Folgen des Abgas-Skandals zu kämpfen. Foto: Julian Stratenschulte

Diesel-Krise bringt VW zur Jahresmitte neues Milliardenloch

Wolfsburg (dpa) - Die Diesel-Krise hinterlässt weiter ihre Spuren in der Bilanz des VW-Konzerns. Im ersten Halbjahr sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern binnen Jahresfrist um 22 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro, wie aus einer Mitteilung über vorläufige Eckzahlen hervorgeht.

Darin enthalten seien "negative Sondereinflüsse in Höhe von 2,2 Milliarden Euro", die Volkswagen mit rechtlichen Risiken erklärte, "die im Wesentlichen auf Nordamerika entfallen". Dort, wo in den USA die Abgas-Affäre ihren Lauf nahm, blicken die Wolfsburger auf milliardenschwere juristische Risiken.

Ohne den Dämpfer der 2,2 Milliarden Euro wäre der Halbjahresgewinn aus dem laufenden Geschäft auf 7,5 Milliarden Euro geklettert. Damit hätte sich bei den operativen Erträgen ohne Sondereinflüsse wie die Abgas-Affäre ein Plus von rund 7 Prozent ergeben. Vor allem die VW-Kernmarke habe sich nach einem schwachen Startquartal erholt.

Gründe für den Schub bei der Hausmarke um Golf und Passat seien unter anderem die saisonale Nachfrage, eine Erholung des Automarktes in Europa - wo VW neben China das meiste Geld verdient - sowie die Wiederbelebung des Großkundengeschäfts. Das Effizienzprogramm für mehr Sparbemühungen bei der Marke habe auch zum Ergebnis beigetragen. Im Schlussquartal 2015 war VW-Pkw sogar in die Verlustzone gerutscht.

Den Ausblick lässt Volkswagen unberührt. Demnach könnten die Umsätze des Konzerns gegenüber 2015 um 5 Prozent sinken. Vor Sondereinflüssen wie der Diesel-Krise sollen vor Zinsen und Steuern (Ebit) 5 bis 6 Prozent vom Umsatz hängen bleiben (sogenannte operativen Rendite).

Am 28. Juli will der Konzern seine gesamte Halbjahresbilanz vorlegen.

Mitteilung VW

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Leverkusen/New York - Bayer und Monsanto wollen den künftigen US-Präsidenten Donald Trump mit Investitionen und US-Arbeitsplätzen von ihrer Fusion überzeugen.
Bayer sagt Trump Milliardeninvestitionen in den USA zu
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Frankfurt/Main - Die Deutsche Bank könnte Medienberichten zufolge schon bald drastische Einschnitte bei den Boni ihrer Mitarbeiter verkünden.
Bis zu 90 Prozent: Deutsche Bank will Boni kürzen
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
London - Theresa May kündigte am Dienstag den klaren Bruch mit der EU an. In unserer Zeitung erklärt der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Clemens Fuest, wie teuer …
Experte erklärt: So teuer kommt uns der Brexit
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren
New York - Bis 2050 wird einer Studie zufolge mehr Plastikmüll in den Weltmeeren schwimmen als Fische - wenn nicht schnell gehandelt wird. Genau das tun jetzt 40 große …
Großkonzerne wollen Plastik reduzieren

Kommentare