Diesel so teuer wie noch nie

-

Hamburg (dpa) - Nach einer neuen Preisrunde ist Diesel in Deutschland so teuer wie noch nie. Ein Liter kostete am Dienstag im bundesweiten Durchschnitt mehr als 1,22 Euro, wie Sprecher der Mineralölindustrie in Hamburg mitteilten. Superbenzin kostete den Verbraucher ungefähr 1,38 Euro je Liter.

Auch Heizöl rangiert mit Preisen von 66 bis 68 Cent je Liter (bei Abnahme von 3000 Litern) nahe der bisherigen Höchstpreise. In der Branche wird ein Nachfrageschub für Heizöl erwartet, nachdem der Absatz in Deutschland in diesem Jahr um 40 Prozent hinter dem Vorjahr zurückgeblieben ist. Nun sind die Öltanks der Haushalte bald leer und müssen vor dem Winter gefüllt werden.

Auf dem europäischen Mineralölmarkt in Rotterdam sind die Preise für Diesel und Heizöl mittlerweile höher als für Benzin; normalerweise ist es umgekehrt. Die für den europäischen Markt maßgebliche Rohölsorte Brent hatte in der vergangenen Woche kurze Zeit die Marke von 80 Dollar je Barrel (159 Liter) durchbrochen.

Mittlerweile haben die Ölpreise einen Teil ihrer deutlichen Gewinne aus der vergangenen Woche abgegeben und sind wieder gesunken. Ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November kostete am Dienstag 89 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Mit 80,06 US-Dollar notierte der US-Ölpreis nur noch leicht über der Marke von 80 Dollar. Ein Barrel der Nordseesorte Brent verbilligte sich am Dienstag um 50 Cent auf 78,41 Dollar.

Händler begründeten die Abschläge zum einen mit einer Gegenreaktion auf die markanten Gewinne in der vergangenen Woche. Möglicherweise hätten einige Marktteilnehmer nunmehr eingesehen, dass die jüngsten Preissteigerungen etwas überzogen gewesen seien, hieß es. Zudem wurde auf die wieder angelaufene Produktion im Golf von Mexiko verwiesen, nachdem diese Ende vergangener Woche infolge eines Tropensturms teilweise ausgesetzt worden war. Auch die Wiederaufnahme der Produktion habe die Ölpreise gedrückt.

Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) ist ebenfalls gesunken. Nach Berechnungen des OPEC- Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel (159 Liter) aus den OPEC-Fördergebieten am Montag im Durchschnitt 76,48 US-Dollar und damit 24 Cent weniger als am Freitag. Die OPEC berechnet ihren sogenannten Korbpreis auf der Basis zwölf wichtiger Sorten des Kartells.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Trump: Steuern senken und Firmenumzüge nach Mexiko bestrafen
Der neue US-Präsident stellt den Freihandel in Nordamerika in Frage und will Importe aus Mexiko mit Strafzöllen belegen. Das Nachbarland legt sich schon einmal seine …
Trump: Steuern senken und Firmenumzüge nach Mexiko bestrafen
Kältewelle verdeutlicht Frankreichs Atom-Abhängigkeit
Materialsorgen und Finanznöte: Frankreichs Atombranche erlebt schwere Zeiten. Die Atomaufsicht nennt die Lage "besorgniserregend". Und vor der Präsidentschaftswahl ist …
Kältewelle verdeutlicht Frankreichs Atom-Abhängigkeit
McDonald's schwächelt wieder im US-Heimatmarkt
Mit ganztägigem Frühstück und neuen Angeboten hatte es für kurze Zeit so ausgesehen, als ob McDonald's den kriselnden US-Heimatmarkt rasch zurückerobern könnte. Doch der …
McDonald's schwächelt wieder im US-Heimatmarkt
Samsung führt Note 7-Brände auf Batterie-Probleme zurück
Samsung hat sich viel Zeit genommen, um die Probleme bei seinem feuergefährdeten Vorzeige-Modell Galaxy Note 7 zu untersuchen. Der Smartphone-Marktführer will verlorenes …
Samsung führt Note 7-Brände auf Batterie-Probleme zurück

Kommentare