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Einkauf witzig dokumentiert

Zum Ikea-Besuch gezwungen: Shopping-Geisel landet Klickhit

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München - Millionen Männer weltweit kennen das: Die Wohnung ist komplett eingerichtet, doch die Frau Gemahlin besteht auf einen Besuch bei Ikea. Jetzt wurde ein Gequälter zum Internet-Star und bewies, was wahre Liebe ist.

„Schatz, wir haben doch alles, was wir brauchen. Außerdem kommt ein Ikea-Besuch am Samstag Selbstmord gleich.“ Diese Worte der Vernunft haben schon viele Männer ihrer besseren Hälfte gegenüber ausgesprochen - und nie hat es geholfen. Rationalität hat gegen die Faszination, die das schwedische Kult-Möbelhaus auf Einrichtungs-Freaks ausübt, keine Chance. 

Ein Leidgeprüfter hat jetzt einen Besuch mit seiner Ehefrau bei Ikea dokumentiert und mit seinen witzigen Kommentaren einen Klickhit im Netz gelandet. Auf dem Internet-Portal reddit postete Nathaniel Showalter (Nutzername fanatafano) die Bilder des  Horror-Trips unter dem Titel „Meine Frau und ich sind wieder bei Ikea und ich versuche herauszufinden, warum“. Innerhalb eines einzigen Tages bekam der Mann aus dem US-Bundesstaat Maryland mehr als 1400 Kommentare ähnlicher Opfer. Ihr Mitgefühl ist ihm gewiss.

Auf dem ersten Bild sieht man den armen Tropf, der seine Freundin im vergangenen Jahr ehelichte, schicksalsergeben vor dem Eingang stehen. „Wir sind da“, schreibt er in einem Ton, als hätte sein letztes Stündlein geschlagen. „Unsere Wohnung ist komplett eingerichtet. Ich weiß nicht, was wir hier schon wieder wollen.“

Vor dem Shopping-Marathon muss man sich natürlich stärken. Die Köttbullar bei Ikea genießen für sich genommen ja bereits Kultstatus. Also ist auch hier erst einmal Futtern angesagt. „Es scheint, als wären wir auch hier, um Mittag zu essen“, kommentiert er lakonisch.

Nachdem er sich beim Essen die Hose bekleckert hat (“eine Ikea-Tradition“) und einmal mehr nicht wusste, wo er den Essens-Wagen hinstellen soll, geht der eigentliche Einkaufs-Wahnsinn los. Eine Art Spind mit vielen Einheiten zieht seine Herzensdame magisch an. Wozu man den brauche? „Wenn wir mal acht Kinder haben“, entgegnet sie schlagfertig. Nach aktueller Zählung beträgt die derzeitige Anzahl an Nachwuchs des Paares genau null, konstatiert er.

Nächster Halt: Kerzen. „Wir schauen uns Kerzen an. Wir haben viele Kerzen. Unsere letzten Kerzen sind von Ikea. Aber diese sehen ein wenig anders aus.“

Eine Schiene zum Aufhängen von Küchenutensilien fällt der Geliebten als nächstes ins Auge. Sein Einwand „Dafür haben wir keinen Platz“ ist die falsche Antwort, stellt er fest.

Irgendwann mal habe man sich über Spiegel unterhalten, dämmert es ihm in der entsprechenden Abteilung. Sollte das der eigentliche Zweck der grausamen Übung gewesen sein? Offensichtlich nicht. Ein Aufbewahrungs-Teil aus Stoff wird als nächstes einer genaueren Prüfung unterzogen. „Das ist kein Spiegel“, erkennt Showalter messerscharf. „Was wir hier sollen, bleibt ein Geheimnis - genau wie die kleinen Punkte über den Vokalen bei den Namen der Produkte.“

STOFFRATTEN!!! Die Frau Gemahlin ist begeistert. Der Geplagte fragt sich angesichts der enormen Menge an ausgestopften künstlichen Nagern, ob sie vielleicht eine Rolle in der schwedischen Kultur spielen.

Das schlagende Argument für den Kauf von Metall-Messlöffeln: Sie sind solide. Er wundert sich: „Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Messbecher, die wir bereits besitzen, strukturelle Defizite besitzen.“

Ein Missverständnis stellt die Liebe der beiden auf eine harte Probe: Die Herzdame findet einen Bilderrahmen hübsch, er aber denkt, sie meint das Porträt der Frau, das als Platzhalter dient. „Ich bewege mich auf dünnem Eis“, stellt er fest.

Ausgestellte Topfpflanzen erinnern die Geliebte an Affenbrotbäume, sagt sie. Er erinnert sie daran, dass diese afrikanischen Gewächse bis zu 15 Meter hoch werden können. Offenbar war das nicht das, was sie hören wollte. „Ihre Netzhaut wird sich noch ablösen, wenn sie weiterhin so mit den Augen rollt.“

Beladen mit einer Mikrowellen-Abdeckung, einer Schüssel für Zucker und einem Einteilungsset für Schubladen stehen sie schließlich an der Kasse. Der angeblich so dringend benötigte Spiegel befindet sich nicht im Wagen. Die Gattin hat schon wieder ganz andere Prioritäten: „Ich will jetzt ein Eis“, quengelt sie.

Halleluja, schließlich ist es vollbracht. Hand in Hand spazieren die beiden aus dem Laden. Die Angetraute ist selig. „Ich liebe Dich für alle Zeiten, obwohl ich das ja sowieso muss“, säuselt sie. „Ich liebe sie auch“, antwortet er. 

hn

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