Digitalkameras: Die Neuen sind nur mittelmäßig

München - Wer dachte, mit einer brandneuen Digitalkamera in jedem Fall einen guten Griff gemacht zu haben, irrt. Die Stiftung Warentest hat 34 Kompaktkameras getestet und keine einzige schnitt mit "gut", geschweige denn "sehr gut" ab.

Sie sind optisch hübsch, aber bei der Optik mangelt es. Ob im eleganten Silber-Look oder in grellbunten Farben - die handlichen Digitalkameras sind bei Verbrauchern äußerst beliebt. Wer aber nicht nur immer und überall Fotos schießen möchte, sondern auch qualitativ hochwertige Erinnerungsstücke erwartet, wird meist enttäuscht.

Viele ältere Modelle fotografieren besser

Von den für das Märzheft der Stiftung Warentest geprüften 34 digitalen Kompaktkameras zu den Preisen zwischen 108 und 422 Euro schnitt keine einzige Kamera "gut" ab. Die große Mehrheit, 28 insgesamt, erreichte "befriedigend", die restlichen sechs nur "ausreichend". Nicht ein Modell bekam im Sehtest ein "Gut". Und das liegt den Testern zufolge nicht etwa an verschärften Prüfmethoden. Ein Vergleich mit den Ergebnissen früherer Tests bestätigte: Die aktuellen Kameras fotografieren im Mittel schlechter als früher.

Akkus hinken neuer Technik hinterher

Auch andere Prüfungen belegen den Trend. Auflösung und Farbwiedergabe: Noch im September hieß es hier in rund jedem zweiten Fall "gut" und besser, jetzt trifft das nur noch auf einen Bruchteil zu. Auch beim Autofokus sind die Ergebnisse schlechter geworden. Und noch etwas lässt die Tester aufhorchen: die Betriebsdauer. Während vor einem Jahr fast alle Testmodelle "sehr gut" erreichten, sind diesmal etliche Kameras im Test, die die magische Grenze für "sehr gut", 250 Auslösezyklen, nicht oder nur knapp schaffen. Offenbar hält die Entwicklung der Akkus mit den höheren Anforderungen durch höhere Pixelzahlen und größere Monitore der aktuellen Kamers nicht Schritt.

Allerdings betonen die Tester, dass "befriedigende" Kameras grundsätzlich nicht schlecht seien. Die Bilder seien ansehnlich und die Bildqualität genüge fürs Familienalbum. "Doch der Trend fördert Unbehagen", resümieren sie. Aus dem Test des vergangenen Jahres haben die Tester deshalb noch einmal die "guten" Kameras, die noch im Handel erhältlich sind, zusammengefasst (siehe Tabelle). Mit diesen Modellen seien die Käufer in jedem Fall besser bedient als mit jedem der aktuell geprüften.

Einzelne Kameras empfehlen sich trotz mittelmäßiger Gesamtergebnisse durch bestimmte Eigenschaften:

-Die Canon Digital Ixus 860 IS für 345 Euro ist den Testern zufolge die "Beste für Schnappschüsse". Eine handlich kompakte Schnappschusskamera ohne Sucher im Metallic-Look-Gehäuse mit sehr kurzer Einschaltverzögerung. Außerdem löst sie sehr schnell aus und ist einfach zu handhaben. Der Bildstabilisator ist allerdings nur mäßig wirksam und die Lichtempfindlichkeit insgesamt gering. Sie hat einen 3,3-fach-Zoom und acht Megapixel. Gesamturteil: "befriedigend" (2,7).

-Die Canon PowerShot A 720 IS für 234 Euro gilt als die "Beste für Nahaufnahmen". Etwas größere, nicht gerade edel wirkende Kamera mit mäßigem Sucher. Sie taugt für starke Makrovergrößerungen, ist vielseitig verwendbar und einfach zu handhaben. Auch der Verwacklungsschutz ist brauchbar. Allerdings gelingen pro Akkuladung vergleichsweise wenige Bilder. Akku und Ladegerät müssen zusätzlich gekauft werden. Sie hat einen 5,2-fach-Zoom und acht Megapixel. Gesamturteil: "befriedigend" (2,7).

-Die Lumix DMC-FX 100 für 395 Euro loben die Tester wegen ihres "guten Weitwinkelobjektivs". Leichte Kompaktkamera ohne Sucher, die leicht zu handhaben ist. Das Leica-Objektiv verzeichnet sehr wenig, auch im Weitwinkelbereich. Bei längeren Brennweiten ist die Helligkeitsverteilung im Bild sehr gleichmäßig. Das Objektiv hat aber wenig Telewirkung. Der Bildstabilisator ist praktisch unwirksam. Sie hat einen 2,9-fach-Zoom und 12 Megapixel. Gesamturteil: "befriedigend" (2,7).  mm

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