Digital-TV kommt über Nacht: Aus für Privatsender via Antenne

- München - Das neue Fernsehen kommt lautlos. In der Nacht zum 30. Mai wird das bisherige analoge Antennen-Fernsehen abgeschaltet und durch digitale Technik ersetzt. Wer sich nicht rechtzeitig einen entsprechenden Empfänger kauft, sitzt vor einer schwarzen Mattscheibe. Nur ARD, ZDF und das Bayerische Fernsehen gewähren in München eine dreimonatige Übergangszeit. Für Besitzer eines Kabelanschlusses oder einer Satellitenschüssel ändert sich nichts.

<P>"Die Privatsender sind mit dem Start von DVB-T nicht mehr analog über Antenne zu empfangen", bestätigt Veit Olischläger vom Projektbüro DVB-T Bayern. Es sei technisch und wirtschaftlich nicht machbar, parallel analog und digital zu senden. Die Umstellung auf die neue Technik - im Fachjargon "DVB-T" genannt - betrifft alle Haushalte, die ihr Programm über Antenne empfangen. In Bayern sind das immerhin noch sieben, in München sogar 13 Prozent. Insgesamt können rund vier Millionen Menschen im Raum Oberbayern künftig von der Digitaltechnik profitieren.<BR><BR>Gegenüber dem bisherigen Antennen-TV bietet DVB-T einige Vorteile: "Die Bild- und Tonqualität ist besser. Es gibt kein Rauschen und keine Geisterbilder mehr", sagt Olischläger. Außerdem sind deutlich mehr Sender zu empfangen. So startet das digitale Antennen-Zeitalter in Bayern mit mehr als 20 Programmen - darunter alle großen Sender. Erstmals ist es mit DVB-T auch möglich, seine Lieblingsserie störungsfrei im Gartenhäuschen oder mit dem portablen Fernseher auf der Rücksitzbank im Auto zu sehen. Denn im Kernbereich reicht bereits eine bleistiftgroße Antenne für den Empfang. DVB-T wird daher auch als "Überall-Fernsehen" vermarktet.<BR><BR>Um in den Genuss der neuen Technik zu kommen, ist allerdings ein spezieller Empfänger nötig. Das Gerät, das zwischen Antennenbuchse und Fernseher angeschlossen wird, wandelt die digitalen Signale um. DVB-T-Empfänger gibt es im Handel bereits ab 70 Euro. Die Stiftung Warentest hat verschiedene so genannte Set-Boxen getestet. Sieger wurde das Modell "Humax F3-Fox T", das mit 139 Euro allerdings auch das Teuerste war. Ebenfalls mit "gut" schnitt das Gerät "TechniSat DigiPal 2" ab. Es wird für 119 Euro angeboten. Aufgrund der relativ geringen Anschaffungskosten kann sich DVB-T auch für Besitzer eines Kabelanschlusses lohnen. Denn außer der GEZ-Gebühr fallen keine weiteren Kosten an. Die gute alte Dachantenne wird damit zur echten Konkurrenz zum Kabel-TV. In Berlin, Hamburg und Düsseldorf - hier wird bereits digital gesendet - haben sich zumindest einige vom Kabel verabschiedet.</P>

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