DIHK: Aussicht auf Neuwahlen hebt Stimmung

- Berlin - Die Aussicht auf vorgezogene Bundestagswahlen hat die Stimmung in der deutschen Wirtschaft deutlich verbessert. Nach einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Deutschen Industrieund Handelskammertages (DIHK) sehen 58 Prozent der Unternehmen mit Blick auf eine neu gewählte Bundesregierung bessere geschäftliche Perspektiven. "Entscheidend ist, dass die Bundesregierung unmittelbar nach der Wahl die neu gewonnene Handlungsfähigkeit für konsequente Reformen nutzt. Qualität und Schnelligkeit sind angesagt", sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Die konjunkturellen Aussichten für dieses Jahr sieht der DIHK eher verhalten und rechnet für 2005 mit einem Wirtschaftswachstum von "gut einem Prozent". Zu Jahresbeginn hatte der DIHK noch ein Wachstum von 1,5 Prozent prognostiziert. Der Export bleibe auch im weiteren Jahresverlauf eine Stütze der Konjunktur, allerdings mit geringerer Tragkraft als im vorigen Jahr. Die Beschäftigungssituation bleibe angespannt. Nur jedes zehnte Unternehmen sehe sich in der Lage, zusätzliches Personal einzustellen. "Im Jahresdurchschnitt befürchtet der DIHK daher einen Verlust von 200 000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen", sagte Wansleben. Die Investitionspläne der Unternehmen zeigten sich per saldo etwas schwächer als zu Jahresbeginn.<BR><BR>Für die Konjunkturumfrage hatte der DIHK 22 000 Unternehmen befragt, für die Perspektiven mit Blick auf Neuwahlen wurden in einer zusätzlichen Umfrage 1100 Unternehmen konsultiert. Wansleben äußerte die Einschätzung, dass die Stimmung insgesamt schlechter sei als die Lage. Die Forderungen führender SPD-Politiker nach einer deutlichen Anhebung der Löhne zur Belebung der Binnennachfrage wies der DIHK-Chef zurück. Es sei besser, in den Unternehmen, denen es gut gehe, den Arbeitnehmern eine Gewinnbeteiligung zu bezahlen. Die Wirtschaft brauche mehr Spielräume auf Unternehmensebene. "Denn der Wettbewerb um die besten Fach- und Führungskräfte steht uns in Haus", sagte Wansleben. Er sprach sich außerdem für eine Steuerreform aus, die sowohl das Steuersystem vereinfache als auch die Unternehmen netto entlaste.

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