+
Eric Schweitzer

Mehr Investitionen gefordert

DIHK-Chef: „Immer mehr Straßen verrotten“

Berlin - Die deutsche Wirtschaft fordert mehr Geld für Infrastruktur und Bildung - damit Deutschland einer der besten Wirtschaftsstandorte bleibt.

„Wir brauchend dringend mehr Investitionen. Immer mehr Straßen verrotten, die Schulabbrecherquote ist nach wie vor zu hoch“, sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammerstages (DIHK), Eric Schweitzer, der Nachrichtenagentur dpa. Der Staat investiere jährlich mindestens 2,5 Milliarden Euro zu wenig allein in der Verkehrsinfrastruktur.

Die angekündigten Wahlgeschenke der Union bei Rente und Kindergeld sieht die Wirtschaft kritisch. Das seien nur Ausgaben, die kurzfristig den Konsum erhöhten. „Wir brauchen weder weitere Subventionen für die Wirtschaft noch mehr staatliche Umverteilung“, sagte Schweitzer.

Auf erbitterten Widerstand der Unternehmen stoßen die Pläne von SPD und Grünen, Steuern und Abgaben nach einem Sieg bei der Bundestagswahl am 22. September zu erhöhen. „Wenn wir unsere Wirtschaftsstruktur mit den starken Familienunternehmen erhalten wollen, darf es keine Steuererhöhungen geben. Das ist Gift für Unternehmen, für Wachstum und Wohlstand“, sagte der Mitinhaber des Berliner Recycling-Konzerns Alba.

Um den Fachkräftemangel zu lindern, müssten Politik und Wirtschaft gemeinsam ein Bündel von Maßnahmen schnüren. Im Jahr 2025 würden sechs Millionen Erwerbstätige fehlen. Durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf könnten mehr Frauen voll arbeiten. Auch der Anteil der erwerbstätigen 56- bis 64-Jährigen solle von derzeit 61,5 auf 67 Prozent steigen. „Wenn wir das schaffen, sind das wieder 600 000 bis 800 000 Erwerbstätige mehr.“ Dafür müsse aber auch mehr für die Gesundheit älterer Arbeitnehmer getan werden, betonte der DIHK-Präsident.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Investor interessiert am insolventen Küchenbauer Alno
Pfullendorf (dpa) - Für die Belegschaft des insolventen Küchenbauers Alno gibt es wieder etwas Hoffnung. In der kommenden Woche würden Gespräche geführt mit einem …
Investor interessiert am insolventen Küchenbauer Alno
BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW
München (dpa) - BMW ist verärgert über die Anträge von Daimler und Volkswagen, im Fall des Kartellverdachts gegen die deutsche Autoindustrie als Kronzeugen zur …
BMW verärgert über Kronzeugenanträge von Daimler und VW
Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
Die Warenhauskette Kaufhof steckt in der Krise - wie auch die kanadische Mutter HBC. Nun verlässt HBC-Chef Storch den Konzern. Kaufhof gibt sich gelassen.
Kaufhof-Mutter HBC trennt sich von Chef Storch
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet
Europa hängt bei Zukunftstechnologien in wichtigen Bereichen hinterher. Doch nach dem jüngsten EU-Gipfel können Online-Shopper und Nutzer des mobilen Internets hoffen.
EU-Kommission erwartet Aufholjagd bei schnellem Internet

Kommentare