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DIHK: Firmen investieren trotz Finanzkrise massiv im Ausland

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Berlin (dpa) - Unbeeindruckt von weltweiter Finanzkrise und schwächeren Wachstumsprognosen will die deutsche Wirtschaft im Ausland weiter kräftig investieren.

Aus einer aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handwerkskammertags (DIHK), die der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegt, geht hervor, dass in diesem Jahr 41 Prozent der Industriefirmen Investitionen im Ausland planen. Das sind nur zwei Prozentpunkte weniger als im Boomjahr 2007. Der DIHK hat über 8000 Firmen befragt.

Die stark exportorientierte Wirtschaft sichert mit diesen Investitionen nach Einschätzung des Verbands viele Arbeitsplätze im Inland. 2008 könnten allein in der Industrie 100 000 zusätzliche Jobs entstehen. Aus Kostengründen bereiten sich erstmals seit dem Krisenjahr 2003 aber wieder mehr Firmen auf die mögliche Verlagerung von Produktionsstandorten vor.

Sorgen machen ihnen der Fachkräftemangel, die zu erwartenden hohen Tarifabschlüsse, die in vielen Branchen drohenden Mindestlöhne und die Erbschaftsteuerreform der Koalition. Viele Industriebetriebe wollen deshalb in Mittel- und Osteuropa ein zweites Standbein für ihre Produktion im Ausland aufbauen.

"Die Unternehmen schaffen sich damit die Flexibilität, auf eine tatsächliche Verschlechterung der Standortbedingungen rasch mit Produktionsverlagerungen zu reagieren", schreibt der DIHK. In einem solchen Fall sei eine Verlagerung von jährlich bis zu 50 000 Industrie-Arbeitsplätzen in die neuen EU-Mitgliedsstaaten denkbar.

Der Umfrage zufolge wollen vier von zehn Unternehmen 2008 mehr Geld im Ausland investieren als vor Jahresfrist, 49 Prozent ihr Niveau halten. "Die deutschen Industrieunternehmen drängen trotz abgeschwächter Weltkonjunktur und leicht verschlechterter Finanzierungsbedingungen mit hohem Kapitaleinsatz auf Auslandsmärkte."

Wegen der Rekordkurse des Euro im Vergleich zum US-Dollar denken Manager verstärkt über Investitionen in Nordamerika nach. Diesen Trend bestätigt die DIHK-Umfrage. "Nach nur 11 Prozent im Vorjahr nennt knapp ein Viertel der in Nordamerika investierenden Unternehmen aktuell das Kostenniveau als ausschlaggebend." Konzerne wie EADS oder Volkswagen prüfen aktuell den Bau von Werken in den USA, um sich gegen Wechselkursrisiken zu wappnen.

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