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DIHK-Präsident Eric Schweitzer hält die Rente mit 63 für "komplett falsch".

Massive Kritik an GroKo-Plänen

DIHK-Präsident: Rente mit 63 ist komplett falsch

Berlin - Die deutsche Wirtschaft übt weiter massive Kritik an den Rentenplänen der Großen Koalition. DIHK-Präsident Eric Schweitzer forderte die Regierung auf, das Projekt Rente mit 63 sofort zu stoppen.

Die deutsche Wirtschaft übt weiter massive Kritik an den Rentenplänen der Bundesregierung. "Das Projekt Rente mit 63 ist komplett falsch und ich sehe auch keine Kompromisslösung", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, der "Bild am Sonntag". Die Koalition müsse ihr Paket deswegen stoppen.

"Wir erzählen allen anderen Ländern in Europa, dass sie wettbewerbsfähiger werden müssen, auch indem die Menschen länger arbeiten. Und in Deutschland machen wir mit der Rente mit 63 das Gegenteil und richten einen großen volkswirtschaftlichen Schaden an", sagte Schweitzer. Diesen bezahlten "alle anderen: die Arbeitnehmer und Betriebe und sogar die Rentner, die geringere Rentensteigerungen hinnehmen müssen".

Nach Ansicht des DIHK-Chefs macht die große Koalition den Unternehmen in Deutschland das Leben schwer. „Man hat den Eindruck, dass die Große Koalition bei vielen Projekten völlig vergisst, dass Deutschland mit anderen Ländern im Wettbewerb steht und dass uns in den kommenden Jahren bis zu sechs Millionen Arbeitskräfte fehlen werden“, sagte er.

DIHK-Präsident erwartet mehrere Hunderttausend zusätzliche Arbeitslose

Als Folge der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns erwartet der DIHK-Präsident mehrere Hunderttausend zusätzliche Arbeitslose: "Na klar vernichtet der Mindestlohn Arbeitsplätze! Vor allem in Ostdeutschland, weil es dort weniger industrielle Wertschöpfung gibt und damit auch die Löhne geringer sind", zitierte ihn die "Bild am Sonntag". "Das bittere an der Geschichte ist, dass man es erst hinterher messen kann. Dann haben wir aber in Deutschland schon 200.000 oder 300.000 Arbeitslose mehr."

Über die Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren wird auch innerhalb der schwarz-roten Koalition noch gerungen. Aus der Union kommt insbesondere die Warnung vor einer Frühverrentungswelle. Eine Nachbesserung soll im parlamentarischen Verfahren ins Auge gefasst werden.

Die Warnung der Wirtschaft vor Jobverlusten durch den Mindestlohn wird von Gewerkschaftsseite zurückgewiesen. Die Argumente würden "auch durch ständiges Wiederholen nicht richtig", erklärte der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zuletzt am Donnerstag in Berlin. Er verwies unter anderem auf gute Erfahrungen mit dem Instrument in anderen europäischen Ländern.

AFP/dpa

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