DIHK sieht Hoffnungsschimmer

- Berlin - Die deutschen Industrie- und Handelskammern sehen nach drei Jahren Wirtschaftsflaute jetzt erste Aufschwungtendenzen. "Für die Konjunktur ist endlich Land in Sicht", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, in Berlin. Im kommenden Jahr sei ein Wachstum von zwei Prozent möglich.

<P>Voraussetzungen seien aber, dass ein wirklicher Reformeinstieg gelinge, der Dollar nicht längerfristig absacke und die Lohnpolitik moderat bleibe. Für die Beschäftigung sei allerdings kaum eine Verbesserung zu erwarten. Vielmehr sei zu befürchten, dass die Zahl der Arbeitsplätze 2004 noch um weitere 100 000 zurückgehen werde. Dies sei das Fazit aus einer Umfrage bei über 25 000 Unternehmen, sagte Wansleben.</P><P>Für 2004 rechneten 29 Prozent mit besseren Geschäften als bisher. Erstmals seit 2001 überträfen die positiven Stimmen damit die negativen. Von einer Verschlechterung gingen noch 25 Prozent aus. Aber noch gebe es "keinen Grund zum Jubeln", sagte Wansleben.</P><P>So stützten sich die Aufwärtstendenzen allein auf den Export. Die Investitionen stiegen 2004 zwar voraussichtlich leicht, seien aber nur Mitläufer der Konjunkturbelebung und nicht ihre Auslöser. "Kapriolen" der Wechselkurse oder ein hoher Ölpreis könnten die Konjunktur zudem noch heftig durchschütteln und den Beginn des Aufschwungs verzögern. Der DIHK geht davon aus, dass der Wechselkurs des Euro zum Dollar 2004 im Durchschnitt weiter auf dem derzeitigen Niveau bleibt.</P><P>Die bisherigen Konjunkturschätzungen setzen auf ein leichtes Anziehen der Konjunktur zwischen 1,5 und zwei Prozent im nächsten Jahr. Dabei wird allein aus dem Effekt von vier Arbeitstagen mehr 0,5 Prozent Wachstum erwartet.</P><P>Die sechs führenden Wirtschaftsforschungsinstitute wollen an diesem Dienstag ihre Prognose vorlegen. Wie vorab in Medienberichten bekannt wurde, gehen sie von 1,8 Prozent Wachstum aus und blieben damit bei ihrer Schätzung aus dem Frühjahrsgutachten im April 2003. Die Bundesregierung, die bisher noch von zwei Prozent ausgeht, will an diesem Donnerstag ihre neue Vorausschätzung abgeben.</P><P>Der DIHK begrüßte am Montag die jüngsten Rentenbeschlüsse. Dass die Beitragssätze stabil bleiben sollen, sei eine wichtige Botschaft. Allerdings kritisierte der Verband die am Freitag im Bundestag gefassten Beschlüsse für eine Mindeststeuer und zur Gewerbesteuerreform. Damit werde den Unternehmen Liquidität entzogen, die sie für Investitionen dringend benötigten.</P>

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