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Jeroen Dijsselbloem bleibt Präsident der Eurogruppe. Foto: Stephanie Lecocq

Dijsselbloem bleibt Eurogruppen-Chef

Die Rettung Griechenlands bleibt schwierig. In dieser Situation setzt die Eurogruppe auf Kontinuität. Bis Anfang 2018 wird der Niederländer Dijsselbloem an der Spitze der Finanzministerrunde bleiben.

Brüssel (dpa) - Auf dem Höhepunkt der Griechenlandkrise bleibt der Niederländer Jeroen Dijsselbloem auch in den nächsten zweieinhalb Jahren Vorsitzender der Eurogruppe.

Der 49-Jährige erhielt in Brüssel von den Euro-Finanzministern einstimmig Unterstützung für eine zweite Amtszeit, wie der EU-Ministerrat mitteilte. Der Sozialdemokrat führt die Runde der 19 Euro-Finanzminister seit Anfang 2013, sein erstes Mandat endet am 21. Juli. Sein Herausforderer war der Spanier Luis de Guindos.

Als Dijsselbloems größte Herausforderung gilt die Bewältigung der Griechenland-Krise. Der Eurogruppenchef hat dabei eine herausgehobene Bedeutung, weil er zugleich Vorsitzender des Gouverneursrat des Euro-Rettungsschirms ESM ist. Dieser vergibt milliardenschwere Kredite an kriselnde Euro-Staaten. Hilfsanträge von Staaten in Finanznöten müssen an Dijsselbloem geschickt werden. So hat auch Griechenland seinen neuen Rettungsantrag an den Niederländer gestellt.

"Ich danke meinen Kollegen für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit und freue mich auf eine zweite Amtszeit als Präsident der Eurogruppe", schrieb der Sozialdemokrat auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Insgesamt waren 19 Ressortchefs stimmberechtigt. Vorausgegangen war eine geheime Wahl, bei der Dijsselbloem die nötige Mehrheit erhielt. Ein konkretes Wahlresultat wurde nicht mitgeteilt. Um Eurogruppen-Chef zu werden, reicht in dem Gremium eine einfache Mehrheit. Nach der Wahl verständigten sich die Ressortchefs einstimmig darauf, Dijsselbloem zu unterstützen.

Es war der zweite Anlauf für die Entscheidung, die im Juni wegen der Griechenland-Krise verschoben worden war. "Damit haben wir deine präzise, ruhige und sehr effiziente Arbeit anerkannt", sagte EU-Währungskommissar Pierre Moscovici. Der Finanzminister Luxemburgs - das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat - Pierre Gramegna sagte über Dijsselbloem: "Er wird viel Energie haben und das richtige Händchen, um die Eurogruppe in Zukunft zu lenken." Der slowakische Finanzminister Peter Kazimir lobte den Niederländer: "Ich mag seinen Stil. Er ist ein guter Typ."

Das informell tagende Gremium der Eurogruppe nahm seine Arbeit 1998 auf, da es steigenden Absprachebedarf im Zuge der Euro-Einführung zu Beginn des Folgejahres gab. In der Finanz- und Schuldenkrise stieg die Eurogruppe zu einem der weltweit wichtigsten Entscheidungsgremien auf. Die Minister entscheiden über milliardenschwere Hilfsprogramme für pleitebedrohte Euroländer.

Dijsselbloems Herausforderer de Guindos gehört in Spanien der konservativen Regierung von Mariano Rajoy an und gilt als Architekt der Bankensanierung in seinem Land. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte im vergangenen Jahr die Kandidatur de Guindos unterstützt. Der Spanier habe ihm herzlich gratuliert, sagte Dijsselbloem, es habe keine Spannungen gegeben.

Webseite zur Eurogruppe

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