Discounter: Preiskrieg um Lebensmittel

München - Die Lebensmittel-Discounter haben die erste Preissenkungsrunde des Jahres eingeläutet – ungeachtet der Kritik aus Landwirtschaft, Industrie und Politik.

Mehrere Ketten setzten am Donnerstag bei einer Reihe von Produkten wie Frühstücksflocken, Gemüse-Konserven, Obst und Speiseöl die Preise bis zu 30 Prozent herab. 2009 hatte es im Einzelhandel zwölf Preissenkungsrunden gegeben.

Bauernpräsident Gerd Sonnleitner wertete die Aktion der Discounter als „gezielte Provokation vor Beginn der Grünen Woche“. Jetzt werde bewusst der Wettbewerb auf dem Rücken der Bauern und der Ernährungswirtschaft ausgetragen. Der Bauernpräsident nannte das Verhalten der Discounter „ungesund, krank und schädlich für den Standort Deutschland“. Er vermisse jegliche gesamtgesellschaftliche Verantwortung dieser Ketten. „Genauso schändlich, wie einige teilweise mit ihren Mitarbeitern umgehen, verhalten sie sich uns gegenüber“, ärgerte sich der Bauernpräsident am Vorabend der Eröffnung der Grünen Woche in Berlin.

Die Verbraucher, die sich über sinkende Preise freuen, warnte er: „Das ist nur eine kurze Freude. Wenn man die einheimische Ernährungswirtschaft und Landwirtschaft schwächt und zur Aufgabe zwingt, werden wir zeitversetzt für Nahrungsmittel wesentlich mehr bezahlen müssen.“

Wegen des Verdachts illegaler Preisabsprachen hat derweil das Bundeskartellamt eine Razzia bei elf Einzelhandelsunternehmen und vier Markenartikelherstellern durchgeführt. Im Visier sind Absprachen bei Süßwaren, Kaffee und Tiernahrung.

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